Shrimp Pasta & Blueberry Cheesecake selber machen: Cannabis Edibles Dosierung richtig verstehen

Zwei Gänge, eine Frage: Wie viel Cannabis ist beim Kochen eigentlich das Richtige? Max Büchse kocht gemeinsam mit Micha – Autor eines Buchs zur Cannabis-Extraktion – ein komplettes Infused Dinner: Shrimp Pasta als Hauptgang, Blueberry Cheesecake als Nachtisch, beide auf Cannabutter-Basis. Dazu erklärt Micha seine Dosiertabelle, warum die THC-Wirkung bei Edibles völlig anders ist als beim Inhalieren – und was Toleranz dabei wirklich bedeutet. Alle Infused-Basics im Cannabis Kochbuch.

Micha: Extraktions-Experte mit ärztlich entwickelter Dosiertabelle

Micha ist kein gewöhnlicher Hobbykoch. Er hat ein Buch zur Cannabis-Extraktion geschrieben und eine Dosiertabelle gemeinsam mit Dr. Kruten entwickelt – auf Basis jahrelanger medizinischer Praxis. Sein eigener Bedarf: 40 mg THC pro Edible für therapeutische Wirkung, aufgebaut durch langjährigen Konsum. Die Einsteiger-Empfehlung der Tabelle liegt bei 2,5 mg – ein Faktor 16 Unterschied, der zeigt, wie individuell Cannabis-Dosierung ist.

Die Basis: Cannabutter für beide Gerichte

Shrimp Pasta und Blueberry Cheesecake werden mit derselben infusierten Cannabutter zubereitet – das vereinfacht die Vorbereitung und macht beide Gänge konsistent dosierbar. Die Sorte: Sji – 19 % THC, ausgeprägtes Terpenprofil. Je feiner gemahlen, desto gleichmäßiger die Dekarboxylierung – Micha betont das im Video explizit. Die Terpene der Sorte bleiben im Infusionsprozess erhalten und prägen beide Gerichte subtil mit.

  1. Dekarboxylieren: Fein mahlen, 40 Minuten bei 110 °C im Ofen.
  2. Infusieren: Mit Butter bei max. 80 °C 60–90 Minuten ziehen lassen.
  3. Filtern & kühlen: Durch Sieb abgießen, im Kühlschrank fest werden lassen.

Rezept: Infused Shrimp Pasta

Der Hauptgang – schnell zubereitet, die Cannabutter kommt erst ganz am Ende rein, damit das THC erhalten bleibt.

Zutaten (2 Personen):

Alles was man braucht – die Cannabutter übernimmt die Cannabis-Komponente.

  • 200 g Linguine oder Spaghetti
  • 12–15 Garnelen, geschält und entdarmt
  • 3 Knoblauchzehen, Chili-Flocken, Saft einer halben Zitrone
  • 1–2 EL infusierte Cannabutter, frische Petersilie, Salz, Pfeffer

Pasta al dente kochen. Garnelen bei starker Hitze 1–2 Minuten pro Seite anbraten, Knoblauch kurz mitrösten, mit Zitronensaft ablöschen. Abgetropfte Pasta einrühren – Herd ausschalten. Die Cannabutter erst jetzt unterrühren: nur die Restwärme der Pasta schmilzt sie, kein direktes Erhitzen mehr.

Rezept: Blueberry Cheesecake (No-Bake)

Der Nachtisch braucht keinen Ofen – die Cannabutter wird direkt in die Frischkäse-Basis gerührt, die Kühlung sorgt für gleichmäßige Verteilung.

Zutaten (6 Stücke):

Ein No-Bake-Rezept, das auch für Infused-Einsteiger gut geeignet ist – keine Hitzekontrolle nötig.

  • 150 g Butterkekse, zerbröselt + 50 g normale Butter (Boden)
  • 300 g Frischkäse, 150 ml Sahne, 4 EL Puderzucker
  • 2–3 EL infusierte Cannabutter – gleichmäßig einrühren
  • 150 g frische Blaubeeren (Topping)

Keksboden in Form pressen, 30 Minuten kühlen. Frischkäse, Sahne und Puderzucker cremig aufschlagen, Cannabutter gleichmäßig einrühren. Auf den Boden geben, mindestens 3 Stunden kühlen. Blaubeeren erst direkt vor dem Servieren drauflegen.

Dosierung bei Edibles: Warum THC oral anders wirkt

Der häufigste Fehler bei Edibles ist das Nachlegen – weil die Wirkung so lange auf sich warten lässt. Das hat einen biochemischen Grund: THC wird bei oraler Einnahme in der Leber zu 11-Hydroxy-THC umgewandelt – einem Wirkstoff, der intensiver und länger anhält als inhaliertes THC. Die typische Verzögerung liegt bei 30 bis 120 Minuten.

Dosiertabelle (Richtwerte nach Michis Buch, entwickelt mit Dr. Kruten):

Die Tabelle gibt Orientierung – individuelle Faktoren wie Körpergewicht, Stoffwechsel und Toleranz beeinflussen das Ergebnis erheblich.

  • 2,5 mg THC: Einstieg, erste Effekte
  • 5–10 mg: Moderate Wirkung für Erfahrene
  • 20–40 mg: Hohe Toleranz / therapeutischer Bedarf

Edibles sind Technik, nicht Glücksspiel

Shrimp Pasta und Blueberry Cheesecake zeigen, wie Cannabis hochwertige Küche ergänzen kann – als subtiler Begleiter, nicht als Hauptdarsteller. Die Grundregel bleibt: niedrig starten, langsam steigern, geduldig sein.

Weitere Infused-Rezepte und Anleitungen im Cannabis Kochbuch.