Sativex: Zulassung, Kosten & wer bekommt es verschrieben?
Sativex ist das bekannteste cannabisbasierte Fertigarzneimittel auf dem deutschen Markt und wird seit Jahren für eine spezifische Indikation eingesetzt. Als Sanity Group: Produkte, Preise & wer steckt dahinter? und andere Anbieter zeigen, ist der Markt für medizinisches Cannabis inzwischen vielfältig – doch Sativex nimmt eine Sonderstellung ein. Wer das Mittel verschrieben bekommt, was es kostet und welche Zulassung dahintersteckt, erklären wir hier kompakt und direkt.
Was ist Sativex und welche Zulassung hat es?
Das Canify: Hersteller, Blüten, Sorten & Liste und vergleichbare Produkte sind Cannabisblüten oder -extrakte – Sativex hingegen ist ein zugelassenes Fertigarzneimittel in Form eines Mundschleimhautsprays. Es enthält zwei standardisierte Wirkstoffe: Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) im Verhältnis 1:1, jeweils 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD pro Hub.
Sativex ist in Deutschland als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen – ausschließlich zur Behandlung von Spastiken bei Multipler Sklerose (MS), wenn andere Therapien nicht ausreichend gewirkt haben.
Die Zulassung erfolgte durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und gilt in zahlreichen EU-Ländern. Hersteller ist das britische Unternehmen Jazz Pharmaceuticals (ehemals GW Pharmaceuticals). Sativex steht damit auf einer anderen regulatorischen Stufe als Cannabis nach Rezept, das etwa über Anbieter wie Day3 Pharma: Hersteller, Blüten, Sorten & Liste bezogen wird.
Wer bekommt Sativex verschrieben?
Die Indikation ist eng gefasst. Sativex darf nur bei erwachsenen MS-Patienten eingesetzt werden, die unter mittelschwerer bis schwerer Spastik leiden und auf mindestens eine andere antispastische Therapie nicht ausreichend angesprochen haben. Eine Verschreibung durch jeden Arzt mit Kassenzulassung ist grundsätzlich möglich, in der Praxis übernehmen das meist Neurologen.
- Diagnose: Multiple Sklerose mit Spastik
- Voraussetzung: Versagen mindestens einer Vorbehandlung
- Therapieversuch: Vierwöchige Testphase zur Wirksamkeitsprüfung
- Nur bei nachgewiesenem Ansprechen wird die Therapie fortgeführt
Für andere Indikationen – etwa Schmerz, Epilepsie oder Schlafstörungen – ist Sativex in Deutschland nicht zugelassen. Ärzte können es zwar theoretisch off-label verschreiben, doch die Kostenübernahme durch Krankenkassen ist dann kaum durchsetzbar. Wer Cannabis für andere Erkrankungen benötigt, greift häufiger auf Produkte wie jene von Canpharma: Hersteller, Blüten, Sorten & Liste oder Pharmcann: Hersteller, Blüten, Sorten & Liste zurück.

Was kostet Sativex und wer zahlt?
Der Listenpreis für eine Flasche Sativex (10 ml, ca. 90 Hübe) liegt derzeit bei rund 500 bis 600 Euro. Im Monat werden je nach Dosierung ein bis drei Flaschen benötigt, was zu monatlichen Kosten von mehreren hundert bis über 1.000 Euro führen kann.
Gesetzliche Krankenkassen erstatten Sativex bei MS-Patienten mit nachgewiesener Spastik – allerdings nur nach einer erfolgreichen Testphase und mit ärztlicher Begründung.
Privat Versicherte haben in der Regel weniger Hürden. Bei gesetzlich Versicherten kann die Kasse einen Antrag ablehnen; dann besteht die Möglichkeit eines Widerspruchs oder der Einschaltung des Medizinischen Dienstes. Im Vergleich zu nicht zugelassenen Cannabisprodukten anderer Hersteller – etwa von Medical Cnbs: Hersteller, Blüten, Sorten & Liste oder Balancial Gmbh: Hersteller, Blüten, Sorten & Liste – hat Sativex den Vorteil einer klaren Zulassung, aber den Nachteil einer sehr engen Indikation.

Häufige Fragen
Kann ich Sativex auch bei chronischen Schmerzen bekommen?
Nein, nicht im Rahmen der regulären Zulassung. Sativex ist in Deutschland ausschließlich für die Behandlung von MS-bedingter Spastik zugelassen. Für chronische Schmerzen müssten Ärzte einen Off-Label-Use begründen, was in der Praxis selten geschieht – auch weil Krankenkassen die Kosten in diesem Fall fast nie übernehmen.
Wie lange dauert es, bis Sativex verschrieben wird?
Nach der Diagnose und dem Nachweis, dass andere Therapien nicht gewirkt haben, folgt zunächst eine vierwöchige Testphase. Zeigt Sativex in dieser Zeit eine klinisch relevante Verbesserung der Spastik, kann die Dauertherapie beginnen. Der gesamte Prozess vom Erstgespräch bis zur dauerhaften Verschreibung dauert häufig mehrere Wochen bis Monate.






















