Das Rif-Gebirge & Ketama: Marokkos jahrhundertealte Kif-Tradition

Zuletzt aktualisiert: 8. Februar 2026
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Seit Jahrhunderten wächst hier eine Pflanze, die eine ganze Bergregion wirtschaftlich am Leben hält – und die zugleich Marokko zu einem der größten Haschisch-Exporteure der Welt gemacht hat. Im Rif-Gebirge im Norden Marokkos, insbesondere um die Stadt Ketama, ist der Cannabisanbau tief in der lokalen Kultur verwurzelt. Wie aus jahrhundertealter Tradition ein globaler Haschisch-Handel entstand, erfährst du hier.

Eine jahrhundertealte Tradition

Der Anbau von Cannabis, in Marokko traditionell „Kif“ genannt, reicht im Rif-Gebirge weit in vorkoloniale Zeit zurück. Die Bergregion mit ihrem milden Klima und den terrassierten Hanglagen bietet ideale Bedingungen für den Anbau, der über Generationen fester Bestandteil des ländlichen Lebens wird.

Schon gewusst? Während der spanischen Protektoratszeit im Norden Marokkos (1912 bis 1956) wurde der Kif-Anbau in der Region teilweise sogar offiziell toleriert und steuerlich erfasst – ein Umstand, der zur weiteren Verbreitung und Professionalisierung des Anbaus beitrug.

Ketama als Zentrum des Anbaus

Die Stadt Ketama und ihre Umgebung entwickeln sich im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts zum bekanntesten Anbauzentrum der Region. Von hier aus verbreitet sich der marokkanische Ruf als bedeutender Haschisch-Produzent über den gesamten Mittelmeerraum.

  • Jahrhundertealte Kif-Anbautradition im Rif-Gebirge
  • Teilweise Tolerierung während der spanischen Protektoratszeit 1912-1956
  • Ketama als bekanntestes regionales Anbauzentrum

Marokko als globaler Haschisch-Exporteur

In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wächst Marokko zu einem der weltweit größten Produzenten von Haschisch heran. Über Spanien, das aufgrund seiner geografischen Nähe zum Haupteinfallstor nach Europa wird, gelangt marokkanisches Haschisch über Jahrzehnte in großen Mengen auf den europäischen Markt.

Wirtschaftliche Abhängigkeit der Rif-Bevölkerung

Für viele Familien in der wirtschaftlich benachteiligten Rif-Region bleibt der Cannabisanbau über Generationen die zuverlässigste Einkommensquelle – eine Abhängigkeit, die staatliche Bekämpfungsversuche des Anbaus politisch besonders heikel macht.

  1. Aufstieg Marokkos zu einem der weltgrößten Haschisch-Produzenten
  2. Spanien als geografisches Haupteinfallstor nach Europa
  3. Zentrale wirtschaftliche Bedeutung des Anbaus für die Rif-Bevölkerung

Der Wandel zur Legalität

2021 verabschiedet Marokko ein Gesetz zur Legalisierung des Cannabisanbaus für medizinische, kosmetische und industrielle Zwecke – ein historischer Schritt, der Landwirten im Rif-Gebirge erstmals einen legalen Weg eröffnet, ihre traditionelle Pflanze offiziell und ohne Verfolgungsrisiko zu vermarkten.

Das Rif-Gebirge: Erbe einer Cannabis-Kultur

Kaum eine Region verbindet jahrhundertealte Agrartradition und globalen Drogenhandel so eng wie das Rif-Gebirge um Ketama. Die Geschichte des marokkanischen Kif-Anbaus bleibt bis heute ein Beispiel dafür, wie tief eine einzelne Pflanze eine ganze Kultur prägen kann.

TW

Thomas Weber

Pharmazeutisch-Kaufmännischer Angestellter

Thomas arbeitet seit Jahren in der Apotheke und erklärt Cannabisprodukte aus pharmazeutischer Sicht: Qualität, Lagerung und Wechselwirkungen.