Cannabis & Blutdruck: senkt oder erhöht es ihn wirklich?

Zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2026

Cannabis und sein Einfluss auf den Kreislauf ist ein Thema, das viele Konsumenten und Patienten beschäftigt – besonders wer regelmäßig kifft oder Medizinisches Cannabis: Wirkung, Wirkstoffe, Rezept, Arzt & Apotheke in Betracht zieht, sollte die Wechselwirkungen kennen. Die Frage, ob Cannabis & Konzentration: Fokus oder Störung durch Kiffen? auch mit körperlichen Reaktionen zusammenhängt, ist dabei nur ein Aspekt eines größeren Bildes. Gerade beim Thema Cannabis Blutdruck Kreislauf gibt es viele Missverständnisse und widersprüchliche Erfahrungsberichte. Dieser Artikel klärt auf, was die Wissenschaft aktuell weiß – und worauf Betroffene achten sollten.

Was passiert im Körper beim Konsum?

Sobald THC in den Blutkreislauf gelangt, bindet es an Cannabinoid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem und in den Gefäßwänden. Das löst eine Reihe von Reaktionen aus, die direkt den Blutdruck und die Herzfrequenz beeinflussen.

Die kurzfristige Reaktion: Anstieg zuerst

In den ersten Minuten nach dem Konsum kommt es bei den meisten Menschen zu einem kurzzeitigen Anstieg des Blutdrucks und einer deutlich erhöhten Herzfrequenz. Das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße weiten sich, und viele berichten von einem Kribbeln oder Wärmegefühl im Körper. Dieser Effekt ist besonders bei unerfahrenen Konsumenten ausgeprägt und kann sich als unangenehmes Herzrasen bemerkbar machen.

Kurzfristig erhöht Cannabis den Blutdruck und die Herzfrequenz – langfristig bei regelmäßigem Konsum zeigt sich jedoch ein anderes, komplexeres Bild.

Die mittelfristige Reaktion: Blutdruckabfall

Einige Minuten bis Stunden nach dem Konsum dreht sich die Reaktion oft um: Die Blutgefäße erweitern sich weiter, der Blutdruck kann unter den Ausgangswert sinken. Dieses Phänomen nennt sich orthostatische Hypotonie und erklärt, warum manche Menschen nach dem Aufstehen kurz schwarz vor den Augen wird oder sie sich schwindelig fühlen. Wer unter niedrigem Blutdruck leidet, sollte hier besonders vorsichtig sein.

Cannabis bei Bluthochdruck – Risiko oder Chance?

Menschen mit Hypertonie fragen sich häufig, ob Cannabis therapeutisch genutzt werden kann oder ob es ihren Zustand verschlimmert. Die Antwort ist nicht eindeutig – und das aus gutem Grund.

  • Akuter Konsum kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen und das Herz belasten
  • CBD (ohne THC) zeigt in Studien gefäßerweiternde und potenziell blutdrucksenkende Eigenschaften
  • Chronischer Konsum kann bei manchen Personen zu einer Gewöhnung führen, die den Blutdruckeffekt abschwächt
  • Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Medikamenten sind möglich und sollten ärztlich abgeklärt werden

Wer also Cannabis als Teil einer medizinischen Therapie in Betracht zieht, sollte unbedingt Rücksprache mit einem Arzt halten – insbesondere bei bestehenden Herzerkrankungen oder der Einnahme von Blutdruckmitteln.

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Welche Rolle spielt CBD gegenüber THC?

Nicht jedes Cannabis-Produkt wirkt gleich auf den Kreislauf. Der entscheidende Unterschied liegt im Verhältnis von THC zu CBD. Während THC für die psychoaktiven und kurzfristig blutdrucksteigernden Effekte verantwortlich ist, zeigt CBD eine eher gegenteilige Wirkung.

CBD und der Blutdruck

Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBD den Blutdruck bei Stresssituationen messbar senken kann. Es wirkt entzündungshemmend, entspannt die Gefäßwände und unterstützt das Nervensystem in seiner Regulationsfunktion. Hochdosiertes THC hingegen – wie es etwa in starken Sorten wie der GMO Sorte: Knoblauch-Aroma, THC & Anbau oder der Platinum Garlic: THC-Gehalt, Garlic-Aroma & Wirkung vorkommt – kann die Herzrate stärker erhöhen und den Kreislauf stärker belasten.

Risikogruppen: Wer besonders aufpassen sollte

Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Cannabis. Es gibt Personengruppen, für die der Kreislaufeffekt besonders relevant oder gefährlich sein kann.

  • Menschen mit bekannter Herzerkrankung oder Herzrhythmusstörungen
  • Personen mit Bluthochdruck, der medikamentös behandelt wird
  • Ältere Menschen mit einem generell empfindlicheren Kreislaufsystem
  • Konsumenten, die Cannabis mit Alkohol oder anderen Substanzen kombinieren
  • Menschen mit einer Veranlagung zu Angst- oder Panikattacken

Wer zur Risikogruppe gehört, sollte Cannabis – ob medizinisch oder freizeitlich – nur nach ärztlicher Rücksprache konsumieren.

Auch für Menschen mit ADHS, die Cannabis therapeutisch einsetzen, wie es im Erfahrungsbericht ADHS und Cannabis: “Besser als Ritalin?” Erfahrungen von Lukas beschrieben wird, sind Kreislaufeffekte ein relevantes Thema, das individuell bewertet werden muss.

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Fazit: Kein pauschales Ja oder Nein

Der Einfluss von Cannabis auf den Blutdruck und den Kreislauf ist vielschichtig und hängt stark von Faktoren wie der Dosierung, dem THC-CBD-Verhältnis, der Konsumhäufigkeit und dem individuellen Gesundheitszustand ab. Kurzfristig steigt der Blutdruck oft an, mittelfristig kann er sinken – und chronischer Konsum bringt wiederum andere Dynamiken mit sich. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber eine klare Empfehlung: Wer gesundheitliche Vorerkrankungen hat oder Cannabis medizinisch nutzen möchte, sollte diesen Schritt gemeinsam mit einem Arzt gehen.

Häufige Fragen

Kann Cannabis den Blutdruck dauerhaft senken?

Es gibt Hinweise darauf, dass insbesondere CBD gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Eigenschaften besitzt. Für eine dauerhafte Blutdrucksenkung reicht Cannabis allein jedoch nicht aus, und es ersetzt keine ärztlich verordneten Medikamente. Wer seinen Blutdruck langfristig regulieren möchte, sollte auf einen gesunden Lebensstil setzen und medizinische Begleitung in Anspruch nehmen.

Warum wird mir nach dem Kiffen schwindelig?

Schwindel nach dem Konsum entsteht häufig durch den Blutdruckabfall, der einige Zeit nach der ersten Reaktion einsetzt. Die Blutgefäße weiten sich, das Blut verteilt sich anders im Körper – besonders beim schnellen Aufstehen kann das zu kurzem Schwindelgefühl oder Schwarzwerden vor den Augen führen. Das ist ein klassisches Zeichen für orthostatische Hypotonie und meist harmlos, aber bei Personen mit niedrigem Blutdruck besonders ausgeprägt.

Ist Cannabis in den Niederlanden auch für Herzkranke erlaubt?

In den Niederlanden gelten eigene Regelungen für den Cannabis-Konsum, wie im Artikel Cannabis Niederlande: Was darf ich & ist es legal? ausführlich erklärt wird. Grundsätzlich gibt es dort keine spezifischen gesetzlichen Einschränkungen für Herzkranke, jedoch gilt medizinisch: Wer an einer Herzerkrankung leidet, sollte vor dem Konsum ärztlichen Rat einholen – unabhängig davon, in welchem Land man sich befindet.

JV

Julia Vogel

Biologin M.Sc. – Phytochemie

Julia studierte Biologie mit Schwerpunkt Phytochemie und erklärt komplexe Wirkungsmechanismen von Cannabinoiden verständlich und wissenschaftlich fundiert.