Myrcen: Wirkung, Cannabis-Sorten & was macht dieses Terpen?
Wer sich intensiver mit Cannabis beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff Terpene – und eines davon sticht besonders häufig hervor: Myrcen. Dieses Terpen ist in vielen bekannten Sorten dominant vertreten und beeinflusst maßgeblich, wie sich ein bestimmter Strain anfühlt und riecht. Ob du dich für die Wirkung von Pineapple Kush: Aroma, THC & Ertrag interessierst oder verstehen möchtest, warum manche Sorten so schwer und körperbetont wirken – Myrcen spielt dabei fast immer eine Rolle. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über das Delta-3-Caren: Terpen, Wirkung & Effekte im Cannabis verwandte Molekül und warum es so besonders ist. Außerdem zeigen wir dir, in welchen Cannabis-Sorten Myrcen besonders konzentriert vorkommt und was die Forschung bisher über seine Effekte sagt.
Was ist Myrcen überhaupt?
Myrcen (auch β-Myrcen genannt) ist ein monocyclisches Monoterpen, das nicht nur in Cannabis vorkommt, sondern auch in Hopfen, Mango, Thymian und Zitronengras nachgewiesen wurde. Es gehört zu den am häufigsten vorkommenden Terpenen in der Cannabispflanze und macht in vielen Indica-dominanten Sorten mehr als 50 Prozent des gesamten Terpenprofils aus. Sein Geruch lässt sich am besten als erdig, moschusartig und leicht fruchtig beschreiben – manchmal erinnert er an überreife Mango oder feuchtes Laub. Myrcen siedelt bei einer Verdampfungstemperatur von etwa 167 Grad Celsius und ist damit auch für die Nutzung im Vaporizer relevant, worüber du mehr in unserem Artikel Haschisch im Vaporizer: Temperatur, Wirkung & legal? lesen kannst.
Myrcen Terpen Cannabis Wirkung: Was sagt die Forschung?
Die Wirkung von Myrcen ist ein viel diskutiertes Thema in der Cannabis-Community und in der Wissenschaft. Lange Zeit hielt sich der populäre Mythos, dass ein hoher Myrcen-Gehalt – speziell über 0,5 Prozent – eine Sorte automatisch zum „Indica” macht und für eine beruhigende, körperschwere Wirkung sorgt. Aktuelle Studien stellen diese strikte Kausalität zwar infrage, dennoch gibt es valide Hinweise darauf, dass Myrcen bestimmte physiologische Effekte hat.
Mögliche Effekte von Myrcen im Überblick
Forscher haben in Tierversuchen und In-vitro-Studien mehrere interessante Eigenschaften von Myrcen beobachtet, die erklären könnten, warum viele Konsumenten myrcenreiche Sorten als besonders entspannend und sedierend erleben:
- Sedierende Wirkung: Myrcen zeigte in Tierstudien muskelentspannende und beruhigende Effekte, ähnlich wie Barbiturate – allerdings in deutlich höheren Konzentrationen als im Cannabis-Konsum üblich.
- Analgetische Eigenschaften: Es gibt Hinweise auf schmerzlindernde Wirkung, möglicherweise über opioidartige Rezeptorwege.
- Entzündungshemmende Effekte: Myrcen scheint COX-2-Enzyme zu hemmen, ähnlich wie klassische NSAIDs.
- Synergieeffekt mit THC: Myrcen soll die Blut-Hirn-Schranke leichter passierbar machen und so die Aufnahme von THC ins Gehirn potenziell verstärken – dies ist jedoch noch nicht endgültig beim Menschen belegt.
- Anxiolytisches Potenzial: Erste Untersuchungen deuten auf eine angstlösende Komponente hin, vergleichbar mit Linalool.
Gerade für medizinische Anwender ist diese Kombination aus potenziell schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften sehr interessant. Mehr darüber, wie Cannabis bei körperlichen Beschwerden helfen kann, erfährst du in unserem Beitrag Cannabis bei IBS & IBD: hilft es der Verdauung wirklich?.

Cannabis-Sorten mit besonders hohem Myrcen-Gehalt
Nicht jede Sorte enthält gleich viel Myrcen – die Menge variiert je nach Genetik, Anbaubedingungen und Erntezeitpunkt erheblich. Generell gilt: Indica-lastige Sorten und klassische Kush-Genetiken weisen oft die höchsten Myrcen-Konzentrationen auf. Wenn du gezielt nach myrcenreichen Strains suchst, sind folgende Sorten besonders empfehlenswert:
- OG Kush: Einer der bekanntesten Klassiker mit erdigen, kiefernartigen Noten und hohem Myrcen-Anteil.
- Blue Dream: Eine Hybrid-Sorte, die trotz ihrer Sativa-Anteile für einen entspannten, körperlichen Effekt bekannt ist.
- Grape Ape: Intensiv fruchtig-traubig, sehr myrcenreich und bekannt für ihre ausgeprägte Körperwirkung.
- Skunk #1: Ein Urgestein der Züchtung mit markant-würzigem Profil und stabilen Myrcen-Werten.
- Cherry-Genetiken: Auch viele Cherry-Sorten weisen interessante Terpenkombinationen mit hohem Myrcen-Anteil auf – mehr dazu bei Cherry Sorten: Top 12 Strains – Liste, Namen, Wirkung & Herkunft.
Wer hingegen cerebralere Effekte bevorzugt und nach Sorten sucht, bei denen Myrcen eher in den Hintergrund tritt, sollte sich Strains wie in unserem Artikel Headspace Sorte: THC, cerebrale Wirkung & Genetik beschrieben anschauen. Für standardisierte Produkte mit bekanntem Terpenprofil lohnt sich auch ein Blick auf IMC Cannabis T20: 20% THC, Wirkung & Erfahrungen.
Myrcen im Alltag: Konsum, Dosierung und praktische Tipps
Wer bewusst auf Myrcen setzen möchte, sollte auf die Laboranalysen seiner Produkte achten. Viele Apotheken und legale Anbieter geben inzwischen genaue Terpenwerte an. Beim Vaporisieren empfiehlt sich eine Temperatur zwischen 160 und 175 Grad Celsius, um Myrcen optimal zu aktivieren, ohne es zu verbrennen. Wer medizinisches Cannabis über einen Arzt beziehen möchte, findet erste Informationen beispielsweise unter Cannabis Arzt Esslingen: Rezept, Kosten & wer verschreibt?. Wichtig zu wissen: Myrcen ist kein Wundermittel und wirkt stets im Zusammenspiel mit anderen Cannabinoiden und Terpenen – der sogenannte Entourage-Effekt ist hier entscheidend. Eine bewusste Sortenauswahl anhand des Terpenprofils kann aber durchaus dazu beitragen, das gewünschte Erlebnis gezielter zu steuern.

Häufige Fragen
Macht Myrcen müde und sediert?
Myrcen wird häufig mit einem beruhigenden, körperschweren Effekt assoziiert, und Tierstudien bestätigen sedierende Eigenschaften. Beim Menschen hängt die tatsächliche Wirkung jedoch von der Gesamtkombination aller Inhaltsstoffe ab – Myrcen allein reicht nicht aus, um einen eindeutigen Sedierungseffekt zu garantieren. Die individuelle Toleranz und der Kontext spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
In welchen Lebensmitteln steckt natürlich viel Myrcen?
Myrcen kommt in besonders hohen Konzentrationen in reifen Mangos, Hopfen, Thymian und Zitronengras vor. Der populäre Tipp, vor dem Cannabis-Konsum eine reife Mango zu essen, basiert auf der Annahme, dass das Myrcen aus der Frucht die Blut-Hirn-Schranke beeinflusst – wissenschaftlich ist dies jedoch nicht abschließend belegt. Dennoch ist es ein interessantes Beispiel dafür, wie weitverbreitet dieses Terpen in der Natur ist.
Ist Myrcen legal und unbedenklich?
Myrcen selbst ist als isoliertes Terpen in Deutschland legal und wird in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie verwendet. In den üblichen Mengen, in denen es in Cannabis oder Nahrungsmitteln vorkommt, gilt es als gut verträglich. Sehr hohe isolierte Dosen sollten dennoch vermieden werden, da es wie bei allen Terpenen in extremen Konzentrationen zu Reizwirkungen kommen kann.























