Dry Sift: Was ist das? Trockensieb-Haschisch, Micron & Herstellung
Dry Sift ist eine der ältesten und einfachsten Methoden, um Haschisch herzustellen. Ganz ohne Wasser oder Lösungsmittel werden dabei die Harzdrüsen der Cannabispflanze, die Trichome, durch feine Siebe von den Blüten getrennt. Wer das Siebpulver mit statischer Aufladung weiter reinigt, erhält Static Hash. Wie sich Dry Sift in die übrigen Verfahren einordnet, liest du in unserem Überblick Haschisch herstellen.
- Was ist Dry Sift?
- Kief und Dry Sift: der Unterschied
- So wird Dry Sift hergestellt
- Siebe, Trommeln und Dry Sift Machines
- Die passenden Sorten für Dry Sift
- Micron-Größen: Was bedeuten die Zahlen?
- Dry Sift pressen: vom Pulver zur Platte
- Tradition: Dry Sift aus Marokko und dem Libanon
- Von Dry Sift zu Static Hash
- Wie stark ist Dry Sift?
- Gutes Dry Sift erkennen
- Dry Sift lagern und konsumieren
- Ist Dry Sift legal?
- Häufige Fragen zu Dry Sift
- Dry Sift und medizinisches Cannabis bei CannaZen
Was ist Dry Sift?
Der Begriff, auf Deutsch Trockensieb, bezeichnet ein Konzentrat aus Trichomen, das durch mechanisches Sieben gewonnen wird. Getrocknete Blüten werden über feine Siebe bewegt, die Harzköpfe fallen hindurch und werden als feines Pulver gesammelt. Dieses Pulver kann direkt verwendet oder zu Haschisch gepresst werden. Die einfachste Form kennen viele aus dem Grinder: Das Pulver im untersten Fach, auch Kief genannt, ist im Grunde ein unsortiertes Dry Sift.
- Ohne Wasser und ohne Lösungsmittel
- Trennung der Trichome durch Siebe
- Ergebnis: harzreiches Pulver
- Kann zu Haschisch gepresst werden
Kief und Dry Sift: der Unterschied
Kief ist das Pulver, das sich mehr oder weniger zufällig im Siebfach eines Cannabis Grinder sammelt. Es enthält neben Harzköpfen auch viele Pflanzenteile, weil das Grindersieb grob ist und das Material zerkleinert wird. Dry Sift wird dagegen gezielt hergestellt: Ganze, gekühlte Blüten werden sanft über definierte Siebe bewegt und die Fraktionen getrennt gesammelt. Dadurch ist echtes Siebharz meist deutlich heller und reiner als Grinder-Kief.
So wird Dry Sift hergestellt
Die Herstellung ist im Prinzip einfach, die Qualität hängt aber stark von Sorgfalt und Material ab. Je weniger Druck und Reibung, desto weniger Pflanzenreste landen im Pulver. Kälte hilft, weil Trichome dann spröde werden und leichter abbrechen. Viele arbeiten deshalb mit Blüten, die vorher einige Stunden im Gefrierschrank gelegen haben. Auch ein kühler, trockener Raum hilft, weil feuchte Luft das Harz klebrig macht und die Siebe zusetzt.
- Kühlen: Gut getrocknete Blüten kalt stellen.
- Sieben: Blüten sanft über das Sieb bewegen.
- Stufen: Mehrere Siebe mit abnehmender Maschenweite.
- Sortieren: Fraktionen nach Micron getrennt sammeln.
- Pressen: Pulver optional mit Wärme verdichten.
Siebe, Trommeln und Dry Sift Machines
Klassisch werden Seidensiebe oder Siebe aus Edelstahl oder Nylon über einen Rahmen gespannt, auf denen die Blüten bewegt werden. Für größere Mengen gibt es Siebtrommeln, sogenannte Tumbler, in denen das Material in einer rotierenden Siebtrommel gewendet wird. Was im Netz als „Dry Sift Machine“ gesucht wird, meint meist solche Trommeln oder Rüttelsiebe. Maschinen sind schneller, schlagen aber auch mehr Pflanzenreste durch, wenn sie zu lange laufen.
Tipp: Die ersten Minuten des Siebens liefern meist die reinste Qualität. Wer länger weitersiebt, bekommt mehr Menge, aber auch mehr grüne Pflanzenreste ins Pulver.
Die passenden Sorten für Dry Sift
Gefragt sind Sorten, die viele große Harzköpfe bilden und diese leicht abgeben. Klassische Haschisch-Genetiken aus Afghanistan, Marokko oder dem Libanon wurden über Generationen genau darauf selektiert. Moderne Hybride liefern oft ebenfalls hohe Ausbeuten, unterscheiden sich aber stark darin, wie fest die Trichome sitzen. Gut getrocknete, aber nicht übertrocknete Blüten bringen meist das beste Ergebnis, weil zu spröde Pflanzenteile sonst mit durchs Sieb bröseln.
Micron-Größen: Was bedeuten die Zahlen?
Die Maschenweite der Siebe wird in Micron (µm) angegeben, ein Micron ist ein tausendstel Millimeter. Die Harzköpfe der Trichome sind je nach Sorte und Reife unterschiedlich groß. Zum Trockensieben werden häufig Siebe zwischen etwa 70 und 160 Micron eingesetzt, wobei der mittlere Bereich besonders viele reife Harzköpfe auffängt. Gröbere Siebe lassen mehr Pflanzenteile durch, feinere sammeln vor allem kleine, unreife Trichome und Staub.
Die Werte sind Richtgrößen und keine festen Regeln, denn jede Sorte hat andere Trichomgrößen. Auch der Reifegrad bei der Ernte spielt mit, weil reife Harzköpfe größer und stabiler sind als junge. Viele Hersteller testen deshalb mit einem kleinen Probelauf, welche Fraktion bei einer Sorte das beste Ergebnis bringt. Beim Eiswasser-Verfahren werden ähnliche Micron-Stufen als Siebbeutel genutzt, mehr dazu im Beitrag zu Frozen Hash. Dort erklären wir auch die Einstufung von Half Melt bis Full Melt, die ebenso für sehr reines Siebharz verwendet wird.

Dry Sift pressen: vom Pulver zur Platte
Loses Pulver ist empfindlich und verliert schneller Aroma als gepresstes Haschisch. Deshalb wird das Pulver traditionell mit Wärme und Druck verdichtet, etwa zwischen Backpapier oder in einer Presse. Durch das Pressen verbinden sich die Harzköpfe, das Haschisch wird dunkler, fester und lässt sich besser lagern. Mit mehr Hitze und Druck entsteht daraus sogar Rosin, ein öliges Konzentrat, das ganz ohne Lösungsmittel auskommt.
- Wärme macht das Harz formbar
- Druck verdichtet zu Platten
- Gepresst länger haltbar
- Stärker gepresst entsteht Rosin
Tradition: Dry Sift aus Marokko und dem Libanon
Trockensieben ist kein moderner Trend, sondern die Grundlage vieler traditioneller Haschischsorten. In Marokko wird das Harz nach der Ernte seit Generationen über gespannte Tücher gesiebt und anschließend gepresst, wie unsere Doku über Cannabis in Marokko zeigt. Auch das berühmte Lebanese Red entsteht aus gesiebtem Harz. Heutige Hersteller arbeiten mit feineren Sieben und sortieren genauer, das Grundprinzip ist aber dasselbe.
Von Dry Sift zu Static Hash
Gesiebtes Harz enthält immer auch feine Pflanzenreste und Trichomstiele. Wer ein reineres Produkt möchte, kann es mit statischer Elektrizität weiter veredeln: Dabei werden die Harzköpfe von aufgeladenen Oberflächen angezogen, Pflanzenteile bleiben zurück. Das Ergebnis heißt Static Hash und gilt als eine der reinsten Formen von Trockensieb-Haschisch. Das Siebpulver ist also die Basis, Static Hash die Veredelung.
- Dry Sift: gesiebtes Harzpulver mit Restanteilen
- Static Hash: zusätzlich elektrostatisch gereinigt
- Frozen Hash: Alternative mit Eiswasser
Wie stark ist Dry Sift?
Weil es fast nur aus Harz besteht, ist Siebharz deutlich stärker als Blüten. Für Kief und einfaches Siebharz werden häufig 20 bis 50 Prozent THC genannt, sehr reine Fraktionen können darüber liegen. Ausgangssorte, Siebstufe und Reinheit verändern den Wert stark, verlässlich ist nur eine Laboranalyse. Wie hoch der THC-Gehalt von Haschisch typischerweise ist, erklären wir unter Haschisch THC-Gehalt, den direkten Vergleich mit Blüten findest du unter Haschisch oder Gras.
Merke dir: Siebharz ist ein Konzentrat. Schon eine kleine Prise auf Blüten verstärkt die Wirkung spürbar, deshalb lieber niedrig starten und abwarten.
Gutes Dry Sift erkennen
Gute Ware ist hellbeige bis goldfarben, fein und duftet intensiv nach der Ausgangssorte. Unter einer Taschenlupe erkennst du bei guter Ware vor allem kleine, runde Harzköpfe und kaum grüne Fasern. Grünliche Farbe deutet auf viele Pflanzenreste hin, ein muffiger Geruch auf falsche Lagerung. Beim Erhitzen sollte gutes Siebharz blubbern und schmelzen statt sofort zu verkohlen. Auf dem Schwarzmarkt ist auch gestrecktes Pulver verbreitet, worauf du achten solltest, zeigt unser Beitrag zu Haschisch Streckmittel.
Dry Sift lagern und konsumieren
Loses Siebpulver hat eine große Oberfläche und reagiert deshalb empfindlich auf Wärme, Licht und Sauerstoff. Am besten lagerst du es in einem luftdichten Glas an einem kühlen, dunklen Ort. Für längere Zeit pressen viele das Pulver leicht an, weil gepresstes Haschisch sein Aroma länger hält. Plastiktüten sind ungünstig, denn das klebrige Harz bleibt daran haften und die Tüte lädt sich zusätzlich statisch auf.
- Luftdichtes Glas verwenden
- Kühl und dunkel lagern
- Leicht gepresst hält länger
Konsumiert wird es meist als Zugabe zu Blüten im Joint oder Vaporizer, gepresst auch pur. Im Vaporizer verdampfen Cannabinoide und Terpene schonender als beim Verbrennen. Wie Haschisch generell auf Körper und Psyche wirkt und wie lange es nachweisbar ist, liest du im Beitrag Haschisch Wirkung. Wegen der hohen Konzentration gilt auch hier: kleine Menge, langsam herantasten.
Ist Dry Sift legal?
Rechtlich ist Trockensieb abgesondertes Harz der Cannabispflanze und gilt nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) als Haschisch. Für Erwachsene gelten die Besitzgrenzen von 25 Gramm unterwegs und 50 Gramm zu Hause. Das KCanG verbietet die Extraktion von Cannabinoiden. Ob reines mechanisches Sieben aus eigenem Anbau darunter fällt, ist im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt, hier gibt es noch keine gefestigte Rechtsprechung. Verkauf und Weitergabe sind außerhalb von Anbauvereinigungen verboten, die Haschisch nur in Reinform an Mitglieder weitergeben dürfen. Details unter Haschisch legal in Deutschland.
- Rechtlich: Haschisch
- Besitzgrenzen nach KCanG
- Sieben: nicht ausdrücklich geregelt
- Handel bleibt verboten
Häufige Fragen zu Dry Sift
Kurze Antworten auf häufige Fragen.
Welches Sieb brauche ich für Dry Sift?
Üblich sind Siebe zwischen etwa 70 und 160 Micron. Mehrere Stufen liefern sauberere Fraktionen.
- Mittlere Micron-Stufen
- Mehrere Siebe staffeln
Wie viel THC hat Dry Sift Hash?
Häufig genannt werden 20 bis 50 Prozent. Reine Fraktionen können höher liegen.
- Sortenabhängig
- Reinheit entscheidet
Kann man Dry Sift pressen?
Ja, mit Wärme und Druck wird daraus festes Haschisch. Stärker gepresst entsteht Rosin.
- Backpapier und Wärme
- Oder Rosin-Presse
Ist Kief dasselbe wie Dry Sift?
Nicht ganz. Kief ist eine einfache, unsortierte Form, echtes Trockensieb wird gezielt gesiebt und sortiert.
- Kief: aus dem Grinder
- Dry Sift: gezielt gesiebt
Dry Sift und medizinisches Cannabis bei CannaZen
Trockensieb ist ein Stück Haschisch-Tradition. Legal bekommst du Haschisch in Deutschland nur aus dem Eigenanbau oder als Mitglied einer Anbauvereinigung, einen Laden dafür gibt es nicht. In der Apotheke gibt es kein Siebharz, für medizinische Zwecke werden Blüten oder Extrakte verordnet. Bei CannaZen beantragst du das Rezept online und klärst im Arztgespräch, welche Form zu dir passt. Den Versand übernimmt eine Partner-Apotheke.


























