Filmreife Gefängnisausbrüche: Jacques Mesrine, Frankreichs Staatsfeind Nummer eins

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2026
Beitrag anhören0:00
0:00

Er entfloh aus einem der bestgesicherten Gefängnisse Frankreichs mit selbstgebauten Werkzeugen, nahm bei einem Fluchtversuch einen Richter als Geisel und gab der Presse Interviews, während ganz Frankreich nach ihm suchte. Jacques Mesrine stilisierte sich selbst zum „Staatsfeind Nummer eins“ – und schrieb sogar seine eigene Autobiografie, während er noch auf freiem Fuß war. Wie ein Bankräuber aus einem Pariser Vorort zur meistgesuchten Person Frankreichs wurde, erfährst du hier.

Vom Vorstadtjungen zum internationalen Gangster

Jacques Mesrine wird 1936 in Clichy bei Paris geboren. Nach Militärdienst in Algerien schlägt er eine kriminelle Laufbahn ein, die ihn über Jahrzehnte durch mehrere Länder führt – von Bankraub in Frankreich bis zu Aufenthalten in Kanada, wo er weitere Straftaten begeht und zeitweise inhaftiert wird.

Schon gewusst? Mesrine schrieb während seiner Zeit auf freiem Fuß seine eigene Autobiografie „L’Instinct de Mort“ (Todestrieb) und gab der Presse mehrere Interviews – ein Verhalten, das seinen selbst geschaffenen Ruf als medienbewusster „Staatsfeind Nummer eins“ erst begründete.

Ein Meister der Verwandlung

Mesrine ist bekannt dafür, sein Erscheinungsbild und seine Identität immer wieder zu verändern, um Fahndungen zu entgehen. Diese Wandlungsfähigkeit, kombiniert mit einem ausgeprägten Sinn für Selbstinszenierung, macht ihn zu einer der schillerndsten Kriminellen-Figuren des Frankreichs der 1970er-Jahre.

  • Geboren 1936 in Clichy bei Paris
  • Kriminelle Aktivitäten in Frankreich und Kanada
  • Bekannt für häufige Tarnungen und Identitätswechsel

Die spektakulärsten Gefängnisausbrüche Frankreichs

Mesrines Ruf gründet sich vor allem auf seine dramatischen Fluchten aus der Haft. Besonders bekannt ist sein Ausbruch aus dem Pariser Gefängnis La Santé im Jahr 1978, bei dem er mit selbstgebauten Werkzeugen und detaillierter Planung mehrere Sicherheitsbarrieren überwindet.

Der Richter als Geisel

Bei einem weiteren Fluchtversuch nimmt Mesrine im Gerichtssaal einen Richter als Geisel – eine Aktion, die seinen Ruf als besonders skrupellosen und gefährlichen Straftäter zusätzlich festigt und ihn landesweit in die Schlagzeilen bringt.

  1. 1978: Spektakulärer Ausbruch aus dem Gefängnis La Santé in Paris
  2. Mehrfache weitere Fluchtversuche mit Geiselnahmen
  3. Selbststilisierung zum „Staatsfeind Nummer eins“ gegenüber der Presse

Das Ende einer Hinterhalt-Operation

Am 2. November 1979 wird Mesrine in Paris von Beamten einer Sondereinheit der französischen Polizei in einer gezielten Hinterhalt-Operation gestellt. Sein Fahrzeug wird von zahlreichen Kugeln durchsiebt, Mesrine stirbt noch am Steuer – das abrupte Ende einer jahrzehntelangen Karriere zwischen Gefängnismauern und Freiheit.

Jacques Mesrines Erbe: Frankreichs berühmtester Ausbrecherkönig

Kaum eine kriminelle Figur hat die französische Öffentlichkeit der 1970er-Jahre derart fasziniert wie Jacques Mesrine. Seine Geschichte wurde mehrfach verfilmt und bleibt bis heute Sinnbild für die Verbindung von Verbrechen, Medieninszenierung und dem Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Gesuchten und dem Staat.

TW

Thomas Weber

Pharmazeutisch-Kaufmännischer Angestellter

Thomas arbeitet seit Jahren in der Apotheke und erklärt Cannabisprodukte aus pharmazeutischer Sicht: Qualität, Lagerung und Wechselwirkungen.