Bangkok während des Vietnamkriegs
Während des Vietnamkriegs war Bangkok eines der wichtigsten Urlaubsziele für US-Soldaten: Im Rahmen von „Rest and Recreation“ verbrachten hunderttausende GIs dort ein paar Tage fernab der Front. Das Geld der Soldaten ließ Bars und Rotlichtviertel wie Patpong wachsen, und gleichzeitig wurde die Stadt zum Umschlagplatz für Heroin. Beides prägt Bangkoks Ruf bis heute. Mehr Crime Stories? Jetzt in Zen’s Einschlafen Podcast.
Ein Ausflugsziel für gestresste Soldaten
In den 1960er- und frühen 1970er-Jahren organisierte das US-Militär offizielle „R&R“-Programme (Rest and Recreation). Soldaten wurden für einige Tage aus dem Kriegsgebiet ausgeflogen, unter anderem nach Hawaii, Sydney, Hongkong und Bangkok. Die thailändische Hauptstadt war nah, günstig und bald eines der gefragtesten Ziele. In diesem Umfeld betrieb der Ex-Soldat Ike Atkinson eine Bar für GIs, über deren Kontakte später Heroin für Frank Lucas in die USA gelangt sein soll.
Schon gewusst? Die Patpong-Straße wuchs in dieser Zeit zu einem dicht bebauten Viertel voller Bars, Massagesalons und Rotlicht-Etablissements, ausgerichtet auf amerikanische Soldaten. Bis heute wird sie mit dieser Ära verbunden.
Ein wirtschaftlicher Boom auf Zeit
Die vielen Soldaten brachten Dollar in die Stadt. Davon profitierten vor allem Bars, Hotels, Restaurants und Dienstleister, die sich gezielt auf die Gäste aus den USA einstellten. Ganze Straßenzüge veränderten sich innerhalb weniger Jahre.
- Bangkok als eines der beliebtesten R&R-Ziele im Vietnamkrieg
- Schnelles Wachstum von Bars und Rotlichtbetrieben, besonders in Patpong
- Boom in einzelnen Stadtteilen, getragen vom Geld der Soldaten
Ein Drehkreuz für Heroin
Gleichzeitig wurde Bangkok zu einem wichtigen Umschlagplatz für Heroin aus dem nahen Goldenen Dreieck. Drogenhandel und Vergnügungsviertel überschnitten sich zunehmend, Kontakte aus den Bars wurden zu Kontakten für den Schmuggel.
Ein bleibendes städtebauliches Erbe
Nach Kriegsende verschwanden die Soldaten, die Infrastruktur blieb. In den folgenden Jahrzehnten richtete sie sich auf internationale Touristen aus und wurde zum Kern des Sextourismus, für den Bangkok bis heute bekannt ist.
- Drogenhandel und Vergnügungsviertel überschneiden sich in der Kriegszeit
- Die Infrastruktur bleibt nach Kriegsende bestehen
- Langfristig entsteht daraus ein Zentrum des internationalen Sextourismus
Bangkok während des Vietnamkriegs: ein prägendes Erbe
Wenige Jahre Kriegsurlaub haben Teile Bangkoks dauerhaft verändert. Wer heute durch Patpong geht, läuft durch die Kulisse, die damals für amerikanische Soldaten gebaut wurde.






























