BfArM Cannabis Register: Daten, Patienten & Ergebnisse

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2026

Das BfArM Cannabis Register – offiziell als Begleiterhebung bekannt – liefert bis heute die umfassendste Datenbasis zur medizinischen Cannabistherapie in Deutschland. Seit dem Start der Cannabisblüten-Verschreibung werden Patientendaten systematisch erfasst, um Wirksamkeit und Sicherheit zu dokumentieren. Wer verstehen möchte, wie die medizinische Cannabisversorgung in Deutschland wächst, kommt an diesen Daten nicht vorbei.

Was ist die BfArM Begleiterhebung?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt die sogenannte Begleiterhebung zur Anwendung von Cannabisarzneimitteln durch. Sie wurde gesetzlich verpflichtend eingeführt, als der Gesetzgeber Cannabis zu therapeutischen Zwecken freigab. Ärzte und Apotheken sind seitdem verpflichtet, anonymisierte Behandlungsdaten zu übermitteln.

Welche Daten werden erfasst?

Die Erhebung sammelt strukturierte Informationen zu Diagnosen, Dosierungen, Darreichungsformen und Therapieverläufen. Im Mittelpunkt stehen folgende Kategorien:

  • Grunderkrankung und Indikation
  • Vorherige Therapieversuche
  • Eingesetzte Cannabispräparate (Blüten, Extrakte, Öle)
  • Dosierung und Applikationsweg
  • Therapieerfolg und Nebenwirkungen

Hersteller wie Hapa Pharm oder BC Green profitieren indirekt von diesen Erkenntnissen, da die Daten zeigen, welche Produktformen in der Praxis besonders häufig eingesetzt werden.

Ergebnisse und Patientenprofil

Die ausgewerteten Daten zeichnen ein klares Bild der typischen Cannabis-Patienten in Deutschland. Der überwiegende Teil der Patienten ist zwischen 30 und 60 Jahre alt. Chronische Schmerzen stellen mit Abstand die häufigste Indikation dar, gefolgt von spastischen Erkrankungen und psychiatrischen Diagnosen wie Angststörungen oder ADHS.

Welche Präparate dominieren?

Getrocknete Cannabisblüten werden am häufigsten verordnet, gefolgt von Extrakten und Fertigarzneimitteln. Anbieter wie Canopy Growth oder Spectrum Therapeutics sind mit ihren Produkten fest im Versorgungsmarkt etabliert. Die Begleiterhebung zeigt, dass inhalative Anwendung gegenüber oraler Einnahme weiterhin bevorzugt wird, obwohl Öle und Extrakte an Bedeutung gewinnen.

Cannabis Sorte: Strain, Hunter, Doku, Indica, Sativa

Bedeutung für Markt und Medizin

Die Begleiterhebung ist mehr als eine bürokratische Pflicht. Sie liefert reale Versorgungsdaten, auf die sich Behörden, Krankenkassen und Hersteller stützen. Für Investoren, die etwa die Green Thumb Industries Aktie im Blick haben, zeigen solche Register, wie schnell medizinische Cannabismärkte strukturiert wachsen. Die Daten belegen zudem, dass die Therapiezufriedenheit bei einem Großteil der Patienten hoch ist und Abbruchraten vergleichsweise niedrig bleiben.

Zusammenfassend gilt: Das BfArM Cannabis Register ist das wichtigste Instrument zur wissenschaftlichen Bewertung der Cannabistherapie in Deutschland. Es schafft Transparenz, stärkt das Vertrauen in die Therapieform und bildet die Grundlage für zukünftige Regulierungsentscheidungen. Für Patienten, Ärzte und die Industrie bleibt es eine unverzichtbare Datenquelle.

Cannabis Sorte: Valencen, Orangen, Fruchtig, Terpen, Aroma

Häufige Fragen

Wer muss Daten an das BfArM Cannabis Register melden?

Verschreibende Ärzte und Apotheken sind gesetzlich verpflichtet, Behandlungsdaten anonymisiert an das BfArM zu übermitteln. Die Meldung erfolgt elektronisch und umfasst Angaben zur Diagnose, zum eingesetzten Präparat sowie zum Therapieverlauf. Patienten werden dabei nicht namentlich erfasst.

Welche Erkrankungen werden am häufigsten mit Cannabis behandelt?

Chronische Schmerzen sind laut den Registerdaten mit deutlichem Abstand die häufigste Indikation. Weitere relevante Erkrankungsbilder sind Multiple Sklerose mit Spastik, chemotherapiebedingte Übelkeit sowie psychiatrische Erkrankungen. Die Datenlage zeigt, dass Cannabis derzeit vor allem als ergänzende Therapie bei therapieresistenten Verläufen eingesetzt wird.

JV

Julia Vogel

Biologin M.Sc. – Phytochemie

Julia studierte Biologie mit Schwerpunkt Phytochemie und erklärt komplexe Wirkungsmechanismen von Cannabinoiden verständlich und wissenschaftlich fundiert.