Cannabis Malta: legal, Strafe & darf ich als Tourist kiffen?

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026

Malta ist eine der überraschendsten Cannabis-Destinationen Europas. Der kleine Inselstaat im Mittelmeer hat als erstes EU-Land den privaten Konsum und Besitz von Cannabis für Erwachsene legalisiert — und auch wenn das System noch im Aufbau ist, lohnt sich ein genauer Blick auf die Rechtslage, bevor du deine Koffer packst. Was gilt für Touristen? Wo kannst du Cannabis bekommen? Und was passiert, wenn du gegen die Regeln verstößt? Hier findest du alle Antworten kompakt und ehrlich.

Cannabis Malta: Die aktuelle Rechtslage

Malta hat mit seiner Cannabis-Reform echtes Neuland betreten. Als erstes EU-Mitgliedsland hat der Inselstaat ein Gesetz verabschiedet, das den Besitz kleiner Mengen Cannabis für Erwachsene ab 18 Jahren entkriminalisiert und den Anbau für den Eigengebrauch erlaubt. Das bedeutet: Wer erwischt wird, riskiert keine Strafverfolgung mehr — zumindest innerhalb bestimmter Grenzen.

Die Regelung unterscheidet sich aber deutlich von dem, was viele Reisende aus Ländern wie den Niederlanden kennen. Es gibt keine offenen Coffeeshops, keinen lizenzierten Verkauf in Geschäften und keine offizielle Touristenkultur rund um Cannabis. Der legale Rahmen ist eng gesteckt und richtet sich in erster Linie an maltesische Staatsbürger und Einwohner.

  • Besitz von bis zu 7 Gramm Cannabis ist für Erwachsene straffrei
  • Konsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten und wird mit Bußgeldern belegt
  • Der Anbau von bis zu 4 Pflanzen pro Haushalt ist für Erwachsene erlaubt
  • Non-Profit-Cannabis-Vereine (Clubs) sind gesetzlich vorgesehen und im Aufbau
  • Der kommerzielle Verkauf von Cannabis bleibt illegal

Was konkret gilt

Für dich als Tourist ist die wichtigste Unterscheidung folgende: Besitz ist entkriminalisiert, öffentlicher Konsum aber nicht. Das heißt, du kannst theoretisch bis zu 7 Gramm bei dir haben, ohne strafrechtliche Konsequenzen zu riskieren. Dennoch kann die Polizei das Cannabis konfiszieren und ein Bußgeld verhängen, wenn du damit in der Öffentlichkeit angetroffen wirst. Konsum in Privaträumen — etwa in einer Ferienwohnung, wenn der Gastgeber zustimmt — bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone, die in der Praxis weniger strikt kontrolliert wird.

Wichtig: Die maltesischen Cannabis-Vereine (Clubs) sind laut Gesetz nur für registrierte Mitglieder zugänglich, die in Malta ansässig sind. Als Tourist hast du keinen legalen Zugang zu diesen Strukturen. Verlasse dich nicht auf Gerüchte oder Behauptungen Dritter — das Gesetz ist eindeutig.

Cannabis kaufen in Malta

Hier liegt der größte Haken für Reisende: Es gibt in Malta keinen legalen Ort, an dem du als Tourist Cannabis kaufen kannst. Weder Apotheken noch Geschäfte noch Clubs verkaufen Cannabis an Besucher aus dem Ausland. Der kommerzielle Verkauf ist nach wie vor illegal, und das Schwarzmarktangebot ist — wie in vielen Ländern — vorhanden, aber mit erheblichen Risiken verbunden.

Cannabis-Vereine in Malta

Malta hat ein Vereinsmodell nach spanischem Vorbild eingeführt. Diese sogenannten Cannabis-Clubs dürfen Cannabis anbauen und an ihre Mitglieder abgeben — aber nur an registrierte, in Malta ansässige Mitglieder. Als Tourist wirst du bei keinem seriösen Club Mitglied werden können, und wer dir etwas anderes verspricht, bewegt sich außerhalb des gesetzlichen Rahmens. Die Clubs befinden sich zudem noch im frühen Aufbau, die Lizenzierung ist ein laufender Prozess. Finger weg von inoffiziellen Angeboten auf der Straße — das bleibt schlicht illegal und kann teuer werden.

Reiseziele: Von Valletta nach Gozo über Mdina

Malta lässt sich hervorragend auf einer kompakten Insel-Route erleben: Start in der Hauptstadt Valletta, ein Zwischenstopp in der stillen Stadt Mdina: und Ankunft auf Gozo, der ruhigeren Schwesterinsel.

  • Valletta — Hauptstadt, Ankunft, UNESCO
  • Mdina — Stille Stadt, Geheimtipp, mittelalterlich
  • Gozo — Schwesterinsel, Zielstadt, ruhig

Valletta: Hauptstadt, Ankunft, UNESCO, Festung, Ausgangspunkt

Valletta ist der klassische Startpunkt für Malta-Reisen und komplett zum UNESCO-Welterbe erklärt. Die gesamte Altstadt liegt innerhalb der historischen Festungsanlagen der Johanniter-Ritter.

  • Komplette Altstadt als UNESCO-Welterbe
  • Festungsanlagen der Johanniter-Ritter
  • Guter Startpunkt mit Direktflügen aus Deutschland

Mdina: Stille Stadt, Geheimtipp, mittelalterlich, Zwischenstopp, Ausblick

Mdina wird auf Malta als die „stille Stadt“ bezeichnet, da Autos in der Altstadt verboten sind: genau das macht sie zum Geheimtipp dieser Route. Von den Stadtmauern reicht der Blick über die ganze Insel bis zum Meer.

  • Autofreie Altstadt: die „stille Stadt“
  • Mittelalterliche Gassen ohne Touristenmassen
  • Panoramablick über die gesamte Insel

Gozo: Schwesterinsel, Zielstadt, ruhig, Fähre, Natur

Gozo markiert das Ende der Route und lässt sich per kurzer Fährfahrt von Malta aus erreichen. Die Insel ist deutlich ruhiger und ländlicher als das Hauptinsel-Trubel und bekannt für ihre Steilküsten und kleinen Buchten.

  • Nur per Fähre von Malta erreichbar
  • Deutlich ruhiger und ländlicher als die Hauptinsel
  • Steilküsten und kleine Buchten zum Abschluss

Noch mehr Eindrücke von Gozo im Video:

Mitbringen & Einreise

Cannabis über die Grenze nach Malta mitzubringen ist verboten — punkt. Das gilt unabhängig davon, aus welchem Land du anreist, und unabhängig davon, ob Cannabis in deinem Herkunftsland legal ist. Malta ist EU-Mitglied, und selbst innerhalb des Schengen-Raums ist der Transport von Cannabis über Landesgrenzen eine Straftat nach maltesischem und europäischem Recht. Die Flughafen- und Hafenkontrollen in Malta sind erfahrungsgemäß gründlich, insbesondere bei Gepäck aus bestimmten Herkunftsländern.

Bring niemals Cannabis nach Malta mit — weder im Handgepäck noch im aufgegebenen Koffer. Die Mengengrenze von 7 Gramm gilt ausschließlich für Cannabis, das auf maltesischem Territorium besessen wird, nicht für eingeführte Substanzen. Eine Einreise mit Cannabis kann zu Strafverfolgung, Abschiebung und Einreiseverbot führen.

Strafen im Überblick

Auch wenn Malta bei Cannabis vergleichsweise liberal agiert, solltest du die Grenzen des Erlaubten genau kennen. Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über mögliche Konsequenzen bei verschiedenen Vergehen — damit du weißt, wo die roten Linien liegen.

Vergehen Strafe
Besitz bis 7 g (privat, Erwachsene) Keine Strafverfolgung, mögliche Konfiszierung
Öffentlicher Konsum Bußgeld bis zu 235 Euro
Besitz über 7 g Strafverfolgung, mögliche Freiheitsstrafe
Handel / Weitergabe Schwere Strafverfolgung, mehrjährige Haftstrafe möglich
Einreise mit Cannabis Strafverfolgung, Abschiebung, Einreiseverbot
Konsum in Anwesenheit Minderjähriger Erheblich verschärfte Strafen

Medizinisches Cannabis in Malta

Malta hat schon früh ein Programm für medizinisches Cannabis eingeführt. Patienten mit bestimmten Diagnosen können über maltesische Ärzte Zugang zu medizinischem Cannabis erhalten. Für Touristen ist dieser Weg jedoch in der Regel nicht gangbar — der Zugang ist an eine maltesische Krankenversicherung oder ein maltesisches Arzt-Patienten-Verhältnis geknüpft. Wer aus einem anderen EU-Land mit einem gültigen Rezept für medizinisches Cannabis reist, sollte sich vorher genau über die maltesischen Einfuhrregeln informieren und alle Dokumente griffbereit haben.

CBD und Hanfprodukte als Alternative

Was du in Malta problemlos kaufen kannst, sind CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent. Diese sind in Apotheken, Reformhäusern und einzelnen Spezialgeschäften erhältlich. CBD-Öle, Kapseln und Cremes sind legal und können ohne Einschränkungen gekauft und mitgenommen werden — solange der THC-Wert unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Das ist zwar kein Ersatz für THC-haltiges Cannabis, aber eine legale Option für alle, die von den Wirkungen von Cannabinoiden profitieren möchten.

Achte beim Kauf von CBD-Produkten auf seriöse Anbieter mit Laborzertifikaten. Nicht jedes Produkt, das als „Cannabis-Produkt“ beworben wird, entspricht den gesetzlichen Vorgaben. Im Zweifel kaufst du am besten in einer Apotheke, wo du sicher sein kannst, dass die Ware geprüft ist.

Malta: Die Stadt auf der Karte

Malta ist ein kleiner Archipel im Herzen des Mittelmeers, südlich von Sizilien gelegen. Die Hauptinsel mit der Hauptstadt Valletta zählt zu den am dichtesten besiedelten Ländern Europas und beeindruckt mit einer Geschichte, die über dreitausend Jahre zurückreicht. Die azurblauen Buchten, die goldgelben Sandsteingebäude und die lebendige Nachtkultur machen Malta zu einem der beliebtesten Reiseziele im Mittelmeerraum.

Malta Tipps: Das solltest du nicht verpassen

Malta steckt voller Highlights — von antiken Tempeln bis hin zu kristallklarem Wasser. Diese drei Erlebnisse solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.

  1. Valletta Altstadt — Spaziere durch die UNESCO-Welterbe-Hauptstadt, erkunde den Oberen Barrakka-Garten mit Blick auf den Grand Harbour und besuche die barocke St.-Johannes-Ko-Kathedrale mit ihrem Caravaggio-Original.
  2. Blaue Lagune auf Comino — Nimm die Fähre zur winzigen Insel Comino und schwimm in türkisblauem Wasser, das zu den klarsten des gesamten Mittelmeers gehört — am besten früh morgens, bevor die Tagesgäste eintreffen.
  3. Hypogäum von Hal Saflieni — Besichtige eines der ältesten unterirdischen Bauwerke der Welt, ein prähistorisches Grabmal, das vor über fünftausend Jahren in den Fels gehauen wurde — Tickets unbedingt weit im Voraus buchen.

Mehr Reisetipps für Malta im Video!

Das Wichtigste zu Cannabis in Malta

Malta ist ein Vorreiter in der EU, aber kein Cannabis-Paradies für Touristen. Die Reform richtet sich an Einheimische, und der Rahmen für Besucher bleibt eng. Wer informiert reist, kann Probleme vermeiden — und Malta trotzdem in vollen Zügen genießen.

  • Malta war das erste EU-Land, das Cannabis für Erwachsene teilweise legalisiert hat
  • Besitz von bis zu 7 Gramm ist für Erwachsene straffrei, öffentlicher Konsum aber bußgeldbewehrt
  • Als Tourist hast du keinen legalen Zugang zu Cannabis-Clubs oder Verkaufsstellen
  • Das Mitbringen von Cannabis bei der Einreise ist illegal und kann zu ernsthaften Konsequenzen führen
  • CBD-Produkte unter 0,3 Prozent THC sind legal erhältlich und eine sichere Alternative
MB

Michael Braun

Rechtswissenschaftler

Michael analysiert die aktuelle Rechtslage rund um Cannabis in Deutschland und erklärt Gesetze, Regulierungen und Patientenrechte verständlich.