Cannabis Multiple Sklerose: Spray, THC & hilft es wirklich?
Multiple Sklerose gehört zu den Erkrankungen, bei denen medizinisches Cannabis besonders intensiv erforscht wurde. Viele Betroffene fragen sich, ob Cannabis Multiple Sklerose-Symptome wirklich lindern kann – oder ob es sich um einen Mythos handelt. Tatsächlich gibt es inzwischen ein zugelassenes Cannabismedikament speziell für MS-Patienten. Wer ein Rezept benötigt, kann sich etwa an einen Cannabis Arzt in Augsburg oder einen Cannabis Arzt in Konstanz wenden.
Was sagt die Wissenschaft zu Cannabis bei MS?
Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Spastiken, Schmerzen, Schlafstörungen und Blasenprobleme. Das Endocannabinoid-System spielt nachweislich eine Rolle bei der Regulierung von Muskeltonus und Schmerzwahrnehmung – genau hier setzt Cannabis an. Mehrere kontrollierte Studien belegen, dass Cannabinoide wie THC und CBD die Spastik und damit verbundene Schmerzen messbar reduzieren können.
Sativex: Das Cannabis-Spray für MS-Patienten
Das bekannteste Cannabis-Medikament bei MS ist Sativex – ein oromukosales Spray, das direkt in die Mundschleimhaut gesprüht wird. Es enthält eine standardisierte Kombination aus THC und CBD im Verhältnis 1:1. In Deutschland ist Sativex derzeit ausschließlich zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Spastik bei MS zugelassen, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken.
Wie wirkt das Spray genau?
THC bindet an Cannabinoid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem und dämpft dort überaktive Signalwege, die für Muskelkrämpfe verantwortlich sind. CBD verstärkt diesen Effekt und wirkt gleichzeitig angstlösend sowie entzündungshemmend. Studien zeigen, dass etwa 50 Prozent der Patienten eine klinisch relevante Reduktion der Spastik erleben – ein Wert, der bei einem Drittel sogar als deutliche Verbesserung eingestuft wird.
- Wirkstoff: THC + CBD (1:1)
- Anwendung: bis zu 12 Sprühstöße täglich
- Wirkungseintritt: nach 15–45 Minuten
- Häufige Nebenwirkungen: Schwindel, Mundtrockenheit, Müdigkeit

Welche MS-Symptome kann Cannabis lindern?
Neben Spastik gibt es weitere Beschwerden, bei denen Cannabis Betroffenen helfen kann. Die Datenlage ist jedoch je nach Symptom unterschiedlich stark.
- Spastik und Muskelkrämpfe: beste Evidenz, klinisch belegt
- Neuropathische Schmerzen: gute bis moderate Evidenz
- Schlafstörungen: moderate Evidenz durch Schmerzreduktion
- Blasenfunktionsstörungen: erste positive Studien vorhanden
- Tremor: bisher unzureichende Datenlage
Wichtig: Cannabis behandelt MS nicht ursächlich. Es lindert Symptome, bremst aber den Krankheitsverlauf nicht. Die Kombination mit etablierten MS-Therapien bleibt daher unverzichtbar. Mehr zu den Auswirkungen von THC auf den Körper liefert auch der Artikel zu THC und Testosteron.
Fazit
Cannabis – insbesondere als Spray mit THC und CBD – ist bei Multiple Sklerose kein Wundermittel, aber ein wissenschaftlich anerkanntes Mittel gegen Spastik und Schmerzen. Die Zulassung von Sativex unterstreicht das. Wer als MS-Patient eine Cannabistherapie erwägen möchte, sollte dies mit einem spezialisierten Arzt besprechen und prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Verschreibung erfüllt sind.

Häufige Fragen
Ist Cannabis bei Multiple Sklerose auf Rezept erhältlich?
Ja. Das Spray Sativex ist in Deutschland für MS-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik zugelassen und kann von Neurologen verschrieben werden. Auch andere Cannabisprodukte können im Rahmen einer ärztlichen Therapie verordnet werden, wenn ein medizinischer Bedarf besteht.
Kann man Cannabis bei MS auch rauchen oder inhalieren?
Theoretisch ist eine Inhalation über einen Vaporizer möglich, jedoch ist diese Form bei MS nicht offiziell zugelassen. Das Spray gilt als sicherste und dosiergenaueste Anwendungsform. Rauchen wird wegen der Verbrennungsprodukte grundsätzlich nicht empfohlen.






















