Cannabis Mecklenburg-Vorpommern: Club & Apotheke

Zuletzt aktualisiert: 3. August 2026

Wer in Mecklenburg-Vorpommern legal Cannabis konsumieren oder anbauen möchte, steht vor konkreten Fragen: Wo gibt es einen Social Club, wie funktioniert die Abgabe in der Apotheke, und welche Regeln gelten im Nordosten Deutschlands? Dieser Artikel bündelt alle relevanten Informationen zu Cannabis Mecklenburg-Vorpommern und erklärt, was Konsumenten, Patienten und Interessierte aktuell wissen müssen. Wer zusätzlich verstehen möchte, wie Cannabis im Körper wirkt, findet in unserem Beitrag zu Cannabis Wirkung: High, Entspannung & wie wirkt es im Körper? eine fundierte Grundlage. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf die rechtlichen Grenzen beim Cannabis online kaufen: legal, illegal & was droht? sowie auf die Taschenkontrolle: Darf Polizei & Security nach Cannabis suchen?.

Das Cannabis-Gesetz und seine Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern

Seit der Teillegalisierung in Deutschland gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern ein klarer rechtlicher Rahmen für den Umgang mit Cannabis. Erwachsene ab 18 Jahren dürfen derzeit bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit bei sich tragen und zu Hause bis zu 50 Gramm lagern. Darüber hinaus ist der Eigenanbau von bis zu drei weiblichen Pflanzen erlaubt. Diese Regelungen gelten bundesweit einheitlich, werden jedoch auf Landesebene durch eigene Vollzugshinweise und behördliche Schwerpunkte ergänzt. In Mecklenburg-Vorpommern haben Landesbehörden klargestellt, dass Verstöße: etwa das Rauchen in Sichtweite von Schulen oder Spielplätzen (weniger als 100 Meter): konsequent geahndet werden. Der Mindestabstand zu solchen Einrichtungen sowie zu Kinder- und Jugendeinrichtungen ist strikt einzuhalten.

„Die Teillegalisierung schafft rechtliche Klarheit, entbindet Konsumenten aber nicht von ihrer Eigenverantwortung: besonders in der Nähe von Schulen, Parks und öffentlichen Plätzen.“

Cannabis Social Clubs in Mecklenburg-Vorpommern: Was ist erlaubt?

Cannabis Social Clubs (CSC) sind nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen, die ihren Mitgliedern gemeinschaftlich angebautes Cannabis zur Verfügung stellen dürfen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern können solche Clubs gegründet werden und beim zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) eine Zulassung beantragen. Ein CSC darf maximal 500 Mitglieder haben, die allesamt ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland nachweisen müssen. Die monatliche Abgabemenge ist auf 50 Gramm pro Mitglied begrenzt, für Mitglieder unter 21 Jahren auf 30 Gramm. Mitglieder dürfen den Club nur auf dem ausgewiesenen Vereinsgelände konsumieren, eine Weitergabe an Nichtmitglieder ist ausdrücklich verboten. In Städten wie Rostock, Schwerin und Greifswald sind derzeit entsprechende Vereinsgründungen aktiv in Planung oder bereits im Genehmigungsverfahren.

So wird ein Cannabis Social Club gegründet

Die Gründung eines CSC erfordert einen eingetragenen Verein (e.V.), eine detaillierte Anbauplanung, Sicherheitskonzepte sowie den Nachweis über Präventionsmaßnahmen für Mitglieder unter 21 Jahren. Der Antrag auf Zulassung muss beim LAGuS Mecklenburg-Vorpommern eingereicht werden, das die Unterlagen prüft und über die Zulassung entscheidet. Wichtig: Die Zulassung kann widerrufen werden, wenn ein Club gegen Auflagen verstößt. Bewerber sollten sich frühzeitig rechtlich beraten lassen, da Formfehler im Antrag zu erheblichen Verzögerungen führen können.

  1. Vereinsgründung mit Satzung und Vorstand
  2. Erstellung eines Anbau- und Sicherheitskonzepts
  3. Nachweis eines geeigneten, gesicherten Anbaupunktes
  4. Einreichung des vollständigen Antrags beim LAGuS
  5. Behördliche Prüfung und Erteilung der Zulassung
  6. Start des Anbauprozesses nach positivem Bescheid

Cannabis Sorte: Zen, Zour

Medizinisches Cannabis in der Apotheke: Versorgungslage im Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern ist eines der flächenmäßig größten, aber am dünnsten besiedelten Bundesländer Deutschlands: mit einer Einwohnerdichte von nur rund 69 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das hat direkte Auswirkungen auf die Versorgung mit medizinischem Cannabis in Apotheken. Laut Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ist die Apothekendichte im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns vergleichsweise gering. Patienten in ländlichen Regionen wie der Mecklenburgischen Seenplatte oder Vorpommern-Rügen sind häufig auf Versandapotheken oder weite Wege angewiesen. In Städten wie Rostock, Schwerin und Stralsund ist die Versorgung deutlich besser, und mehrere Apotheken haben sich auf die Abgabe von medizinischem Cannabis spezialisiert.

Wer bekommt Cannabis auf Rezept?

Medizinisches Cannabis kann in Deutschland von jedem approbierten Arzt verschrieben werden: Eine Facharztzusatzbezeichnung ist nicht zwingend erforderlich. Patienten benötigen ein Rezept, das an eine Apotheke weitergeleitet wird. Dort werden Cannabisblüten, Extrakte oder Fertigarzneimittel auf Basis ärztlicher Verordnung ausgegeben. Studien zeigen, dass vor allem bei chronischen Schmerzerkrankungen, Spastiken und Appetitlosigkeit bei Krebserkrankungen signifikante Linderungseffekte erzielt werden können. Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit über 10.000 Patienten belegte, dass mehr als 70 Prozent der Befragten ihre Lebensqualität nach Cannabis-Therapie als verbessert bewerteten. Wer unter Schlafproblemen leidet, findet in unserem Artikel zu Cannabis Schlafstörungen: CBD, THC & was wirklich hilft hilfreiche Informationen zur Auswahl der richtigen Substanz.

Besonderheiten für Touristen und Reisende in MV

Mecklenburg-Vorpommern ist eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland: Jährlich werden Millionen von Übernachtungen registriert, allein an der Ostseeküste und auf den Inseln Rügen und Usedom. Für Urlauber gelten dieselben Regelungen wie für Einheimische: 25 Gramm in der Öffentlichkeit sind erlaubt, der Konsum auf Campingplätzen, Strandpromenaden oder in der Nähe von Kinderspielplätzen ist jedoch verboten. Ordnungswidrigkeiten können mit Bußgeldern von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Touristen, die Mitglied eines CSC in einem anderen Bundesland sind, dürfen das dort erhaltene Cannabis mitführen, solange die Besitzmengengrenzen eingehalten werden. Die Mitnahme über die deutschen Landesgrenzen hinaus: etwa auf der Fähre nach Schweden oder Dänemark: ist hingegen illegal und kann strafrechtliche Konsequenzen haben.

Häufige Fragen zu Cannabis Mecklenburg-Vorpommern

Gibt es bereits zugelassene Cannabis Social Clubs in Mecklenburg-Vorpommern?

Mehrere Vereinsgründungen befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern im Genehmigungsverfahren, vor allem in Rostock und Schwerin. Zuständig ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

  • Aktiv in Rostock, Schwerin
  • Zuständig: LAGuS
  • Prüfung läuft aktuell

Wo kann ich in Mecklenburg-Vorpommern medizinisches Cannabis kaufen?

Medizinisches Cannabis bekommst du in approbierten Apotheken mit Betäubungsmittelerlaubnis, etwa in Rostock, Schwerin und Greifswald. Im ländlichen Raum lohnt sich der Griff zu zertifizierten Versandapotheken.

  • Rostock, Schwerin, Greifswald
  • Betäubungsmittelerlaubnis nötig
  • Versandapotheke im ländlichen Raum

Wie viele Pflanzen darf ich in Mecklenburg-Vorpommern privat anbauen?

Volljährige dürfen zuhause bis zu drei weibliche Cannabispflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Die Ernte ist ausschließlich für den Eigenkonsum bestimmt, jede Weitergabe ist strafbar.

  • Max. 3 weibliche Pflanzen
  • Nur für Eigenkonsum
  • Weitergabe strafbar

Darf ich als Tourist in Mecklenburg-Vorpommern Cannabis konsumieren?

Ja, Touristen ab 18 Jahren dürfen bis zu 25 Gramm Cannabis öffentlich bei sich tragen, solange keine Konsumverbotszone gilt. Rauchen in der Nähe von Schulen, Spielplätzen und Jugendeinrichtungen bleibt verboten.

  • 25 g öffentlich erlaubt
  • Verbotszonen meiden
  • Bußgeld bei Verstoß

Wird Cannabis-Besitz in Mecklenburg-Vorpommern stärker kontrolliert als anderswo?

Die Behörden folgen den bundesweiten Regeln, setzen aber eigene Kontrollschwerpunkte in touristischen Hochsaisonregionen wie Rügen und Usedom. Wer erlaubte Mengen einhält und Verbotszonen respektiert, hat in der Regel nichts zu befürchten.

  • Schwerpunkt Rügen, Usedom
  • Saisonale Kontrollen
  • Regeltreue schützt

Wie gründe ich einen Cannabis Social Club in Mecklenburg-Vorpommern?

Ein Social Club braucht einen eingetragenen Verein, eine Anbau- und Sicherheitsplanung sowie ein Präventionskonzept für Mitglieder unter 21 Jahren. Der Antrag geht an das LAGuS, das die Zulassung prüft und erteilt.

  • Eingetragener Verein nötig
  • Anbau- und Sicherheitskonzept
  • Antrag beim LAGuS

MB

Michael Braun

Rechtswissenschaftler

Michael analysiert die aktuelle Rechtslage rund um Cannabis in Deutschland und erklärt Gesetze, Regulierungen und Patientenrechte verständlich.