Myrcen: Wirkung, Cannabis-Sorten & was macht dieses Terpen?

Zuletzt aktualisiert: 4. August 2026

Terpene sind die aromatischen Stoffe, die Cannabis seine charakteristischen Gerüche und Geschmacksprofile verleihen: Und eines der wichtigsten unter ihnen ist Myrcen. Dieses natürliche Monoterpen trägt nicht nur zum typischen Duft vieler Cannabissorten bei, sondern spielt auch eine bedeutende Rolle bei deren Wirkung. Doch Myrcen ist kein exklusiver Bestandteil von Cannabis: Das Terpen findet sich auch in Hopfen, Mangos und verschiedenen Kräutern wieder. In diesem Guide erfährst du alles über die Wirkung von Myrcen, welche Sorten besonders reich an diesem Terpen sind und warum es in der Cannabis-Wissenschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Was ist Myrcen überhaupt?

Myrcen (auch β-Myrcen genannt) ist ein monocyclisches Monoterpen, das nicht nur in Cannabis vorkommt, sondern auch in Hopfen, Mango, Thymian und Zitronengras nachgewiesen wurde. Es gehört zu den am häufigsten vorkommenden Terpenen in der Cannabispflanze und macht in vielen Indica-dominanten Sorten mehr als 50 Prozent des gesamten Terpenprofils aus. Sein Geruch lässt sich am besten als erdig, moschusartig und leicht fruchtig beschreiben: manchmal erinnert er an überreife Mango oder feuchtes Laub. Myrcen siedelt bei einer Verdampfungstemperatur von etwa 167 Grad Celsius und ist damit auch für die Nutzung im Vaporizer relevant, worüber du mehr in unserem Artikel Haschisch im Vaporizer: Temperatur, Wirkung & legal? lesen kannst.

Myrcen Terpen Cannabis Wirkung: Was sagt die Forschung?

Die Wirkung von Myrcen ist ein viel diskutiertes Thema in der Cannabis-Community und in der Wissenschaft. Lange Zeit hielt sich der populäre Mythos, dass ein hoher Myrcen-Gehalt: speziell über 0,5 Prozent: eine Sorte automatisch zum „Indica“ macht und für eine beruhigende, körperschwere Wirkung sorgt. Aktuelle Studien stellen diese strikte Kausalität zwar infrage, dennoch gibt es valide Hinweise darauf, dass Myrcen bestimmte physiologische Effekte hat.

Mögliche Effekte von Myrcen im Überblick

Forscher haben in Tierversuchen und In-vitro-Studien mehrere interessante Eigenschaften von Myrcen beobachtet, die erklären könnten, warum viele Konsumenten myrcenreiche Sorten als besonders entspannend und sedierend erleben:

  • Sedierende Wirkung: Myrcen wie Barbiturate, in hoher Konzentration.
  • Analgetische Eigenschaften: Wirkt schmerzlindernd über opioidartige Rezeptorwege.
  • Entzündungshemmende Effekte: Hemmt COX-2-Enzyme ähnlich wie NSAIDs.
  • Synergieeffekt mit THC: Könnte THC-Aufnahme ins Gehirn verstärken.
  • Anxiolytisches Potenzial: Wirkt angstlösend, ähnlich wie Linalool.

Gerade für medizinische Anwender ist diese Kombination aus potenziell schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften sehr interessant. Mehr darüber, wie Cannabis bei körperlichen Beschwerden helfen kann, erfährst du in unserem Beitrag Cannabis bei IBS & IBD: Hilft es der Verdauung wirklich?.

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Cannabis-Sorten mit besonders hohem Myrcen-Gehalt

Nicht jede Sorte enthält gleich viel Myrcen: die Menge variiert je nach Genetik, Anbaubedingungen und Erntezeitpunkt erheblich. Generell gilt: Indica-lastige Sorten und klassische Kush-Genetiken weisen oft die höchsten Myrcen-Konzentrationen auf. Wenn du gezielt nach myrcenreichen Strains suchst, sind folgende Sorten besonders empfehlenswert:

Myrcen im Alltag: Konsum, Dosierung und praktische Tipps

Wer bewusst auf Myrcen setzen möchte, sollte auf die Laboranalysen seiner Produkte achten. Viele Apotheken und legale Anbieter geben inzwischen genaue Terpenwerte an. Beim Vaporisieren empfiehlt sich eine Temperatur zwischen 160 und 175 Grad Celsius, um Myrcen optimal zu aktivieren, ohne es zu verbrennen. Wer medizinisches Cannabis über einen Arzt beziehen möchte, findet erste Informationen beispielsweise unter Cannabis Arzt Esslingen: Rezept, Kosten & wer verschreibt?. Wichtig zu wissen: Myrcen ist kein Wundermittel und wirkt stets im Zusammenspiel mit anderen Cannabinoiden und Terpenen: Der sogenannte Entourage-Effekt ist hier entscheidend. Eine bewusste Sortenauswahl anhand des Terpenprofils kann aber durchaus dazu beitragen, das gewünschte Erlebnis gezielter zu steuern.

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Häufige Fragen zu Myrcen

Macht Myrcen müde und sediert?

Myrcen wird häufig mit einem beruhigenden, körperschweren Effekt assoziiert, und Tierstudien bestätigen sedierende Eigenschaften. Beim Menschen hängt die tatsächliche Wirkung jedoch von der Gesamtkombination aller Inhaltsstoffe ab, Myrcen allein reicht nicht aus, um einen eindeutigen Sedierungseffekt zu garantieren.

  • Sedierend in Tierstudien belegt
  • Beim Menschen abhängig vom Gesamtprofil
  • Kein Alleinstellungsmerkmal

In welchen Lebensmitteln steckt natürlich viel Myrcen?

Myrcen kommt in besonders hohen Konzentrationen in reifen Mangos, Hopfen, Thymian und Zitronengras vor. Der populäre Tipp, vor dem Cannabis-Konsum eine reife Mango zu essen, ist wissenschaftlich aber nicht abschließend belegt.

  • Reife Mango, Hopfen, Thymian
  • Auch in Zitronengras enthalten
  • Mango-Mythos nicht belegt

Ist Myrcen legal und unbedenklich?

Myrcen selbst ist als isoliertes Terpen in Deutschland legal und wird auch in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie verwendet. In den üblichen Mengen aus Cannabis oder Nahrungsmitteln gilt es als gut verträglich, sehr hohe isolierte Dosen sollten dennoch vermieden werden.

  • Als Terpen legal in Deutschland
  • Übliche Mengen gut verträglich
  • Hohe isolierte Dosen vermeiden

Welche Cannabis-Sorten enthalten besonders viel Myrcen?

Indica-lastige Sorten und klassische Kush-Genetiken weisen oft die höchsten Myrcen-Konzentrationen auf, in manchen Indica-dominanten Sorten macht Myrcen über 50 Prozent des gesamten Terpenprofils aus. Genaue Werte findest du am zuverlässigsten in aktuellen Laboranalysen der Apotheke.

  • Indica- und Kush-Sorten oft myrcenreich
  • Bis über 50% des Terpenprofils
  • Laboranalyse zeigt genaue Werte

Bei welcher Temperatur sollte man Myrcen im Vaporizer verdampfen?

Myrcen siedet bei rund 167 Grad Celsius, empfehlenswert ist daher eine Verdampfungstemperatur zwischen 160 und 175 Grad Celsius, um das Terpen optimal zu aktivieren, ohne es zu verbrennen.

  • Siedepunkt bei ca. 167°C
  • Ideal: 160 bis 175°C
  • Höhere Temperatur verbrennt Terpen

Verstärkt Myrcen die Wirkung von THC?

Myrcen soll die Blut-Hirn-Schranke leichter passierbar machen und dadurch die Aufnahme von THC ins Gehirn potenziell verstärken, dieser Synergieeffekt ist beim Menschen aber noch nicht endgültig belegt. Myrcen wirkt daher immer im Zusammenspiel mit anderen Cannabinoiden und Terpenen, dem sogenannten Entourage-Effekt.

  • Erleichtert evtl. Blut-Hirn-Schranke
  • Kann THC-Aufnahme verstärken
  • Beim Menschen nicht abschließend belegt

JV

Julia Vogel

Biologin M.Sc. – Phytochemie

Julia studierte Biologie mit Schwerpunkt Phytochemie und erklärt komplexe Wirkungsmechanismen von Cannabinoiden verständlich und wissenschaftlich fundiert.