Strain: Was bedeutet Strain? Cannabissorten, Typen & Familien
„Strain“ ist das englische Wort für Sorte. Bei Cannabis meint es eine Sorte mit eigener Genetik und eigenem Namen, etwa OG Kush oder Gelato. Unten liest du, woher der Begriff kommt, wie er sich von Cultivar, Chemovar und Phänotyp abgrenzt und worauf es bei der Auswahl ankommt. Die grobe Einteilung in Typen erklärt der Vergleich Indica, Sativa und Hybrid, hier geht es um den Begriff selbst. Konkrete Sorten von A bis Z findest du in unserer Liste der Cannabissorten.
- Was bedeutet Strain?
- Strain bei Gras und bei anderen Themen
- Strain, Cultivar und Chemovar im Vergleich
- Woher der Begriff Strain kommt
- Wie entsteht ein neuer Strain?
- Landrace, Klassiker und moderne Kreuzungen
- Warum ein Name nicht immer dieselbe Pflanze meint
- Sativa, Indica, Hybrid: Strain-Typen
- Was ein Hybrid Strain ist
- Regular, feminisiert und Autoflower
- Strain-Familien: Kush, Haze, Cookies und Co.
- Was eine Familie über einen Strain verrät
- Strain-Namen in der Apotheke lesen
- Warum die Charge wichtiger ist als der Name
- Den richtigen Strain finden
- Was eine Strain-Datenbank leisten kann
- Typische Strain-Begriffe in Datenbanken
- Häufige Fragen zum Begriff Strain
- Strain als Medizinalcannabis bei CannaZen
Was bedeutet Strain?
Strain ist das englische Wort für Sorte, Stamm oder Linie. Bei Cannabis ist damit eine bestimmte Sorte mit eigener Genetik gemeint, zum Beispiel OG Kush, Gelato oder Amnesia Haze. Botanisch korrekt wäre „Cultivar“ (kultivierte Sorte), durchgesetzt hat sich aber das englische Wort. Im Deutschen werden beide meist gleichbedeutend verwendet.
- Strain: englisch für Sorte bzw. Linie
- Cultivar: botanisch korrekter Fachbegriff
- Phänotyp: Ausprägung innerhalb eines Strains
- Chemovar: Einteilung nach Wirkstoffprofil
Strain bei Gras und bei anderen Themen
Wer „Strain Bedeutung“ sucht, stößt schnell auf ganz andere Themen. Im Englischen heißt strain auch Belastung oder Zerrung, etwa bei „eye strain“ für überanstrengte Augen oder „job strain“ für Stress im Beruf. In der Biologie bezeichnet ein Strain außerdem einen Stamm von Bakterien oder Viren. Geht es um Gras, ist die Cannabissorte gemeint.
Strain, Cultivar und Chemovar im Vergleich
Fachleute kritisieren den Begriff seit Längerem, weil er eher aus der Mikrobiologie stammt. Cultivar beschreibt dagegen korrekt eine gezielt gezüchtete Pflanzensorte. Der Begriff Chemovar geht noch einen Schritt weiter und ordnet Pflanzen nach ihrem chemischen Profil, also nach Cannabinoiden und Terpenen. Gerade in der Medizin ist diese Sichtweise sinnvoll, weil sie die Wirkung besser abbildet als ein Name.
Woher der Begriff Strain kommt
Der Begriff stammt aus dem englischsprachigen Raum und wurde vor allem durch die Samenbanken in den Niederlanden und die kalifornische Szene geprägt. Mit den ersten Sortenkatalogen und Cannabis Cups verbreitete sich das Wort weltweit. Heute nutzen ihn Züchter, Apotheken, Datenbanken und Patienten gleichermaßen. Auch deutsche Hersteller verwenden ihn in ihren Produktunterlagen.
Wie entsteht ein neuer Strain?
Neue Sorten entstehen durch Kreuzung zweier Elternpflanzen. Züchter:innen wählen aus den Nachkommen die Pflanzen mit den gewünschten Eigenschaften aus und stabilisieren sie über mehrere Generationen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir im Making-of unserer Pink Kush. Hinter einem neuen Namen steckt also oft jahrelange Auswahl.
- Zwei Elternpflanzen kreuzen
- Viele Samen keimen lassen
- Beste Phänotypen auswählen
- Über Generationen stabilisieren
- Namen geben und vermehren
Landrace, Klassiker und moderne Kreuzungen
Am Anfang stehen sogenannte Landrassen, also Pflanzen, die sich über lange Zeit an eine Region angepasst haben, etwa Malawi Gold. Aus ihnen entstanden die Klassiker wie Skunk, Haze oder Kush, die wiederum Eltern unzähliger moderner Sorten sind. Heute kreuzen Züchter meist moderne Hybride untereinander, wodurch Stammbäume immer verzweigter werden. Wie du solche Linien liest, erklärt der Beitrag zur Lineage Cannabis.
Warum ein Name nicht immer dieselbe Pflanze meint
Sortennamen sind nicht geschützt, und viele Sorten werden als Steckling weitergegeben oder von mehreren Samenbanken nachgezüchtet. So können zwei Blüten mit identischem Namen unterschiedliche Genetik haben. Hinzu kommt, dass eine Sorte mehrere Phänotypen hervorbringt, die sich in Aroma und Stärke unterscheiden. Für dich heißt das: Der Name ist ein Hinweis, aber keine Garantie.
Schon gewusst? Weltweit sind heute mehrere Tausend Strain-Namen im Umlauf. Viele davon unterscheiden sich genetisch kaum, andere tragen trotz gleichem Namen ganz verschiedene Eltern in sich.
Sativa, Indica, Hybrid: Strain-Typen
Traditionell teilt man Cannabis in Sativa, Indica und Hybride ein. Diese Einteilung ist eine grobe Orientierung, die ursprünglich Wuchsform und Herkunft der Pflanzen beschrieb. Heute sind fast alle Sorten Hybride, und die Typenbezeichnung sagt nur noch begrenzt etwas über die Wirkung aus. Aussagekräftiger sind das Cannabinoidprofil, also THC und CBD, und die Terpene.
- Sativa: schlank, eher aktivierend beschrieben
- Indica: kompakt, eher entspannend beschrieben
- Hybrid: Mischung aus beiden
- Ruderalis: blüht unabhängig vom Licht
Was ein Hybrid Strain ist
Ein Hybrid stammt aus Eltern unterschiedlicher Typen und vereint deren Eigenschaften. Je nach Gewichtung spricht man von Indica-dominant, Sativa-dominant oder ausgewogen. Da moderne Zucht seit Jahrzehnten Linien mischt, ist eine reine Indica oder Sativa heute die Ausnahme. Mehr zu den einzelnen Typen findest du im Beitrag Indica vs. Sativa.
Regular, feminisiert und Autoflower
Bei Samen tauchen weitere Begriffe auf, die nichts mit der Wirkung, aber viel mit dem Anbau zu tun haben. Ein „Regular Strain“ meint normale Samen, aus denen männliche und weibliche Pflanzen wachsen. Feminisierte Samen bringen fast nur weibliche, blütentragende Pflanzen hervor, mehr dazu unter Feminisierte Samen. Autoflower-Strains enthalten Ruderalis-Genetik und blühen unabhängig von der Tageslänge.

Strain-Familien: Kush, Haze, Cookies und Co.
Viele Sorten lassen sich großen Familien zuordnen, die ähnliche Eigenschaften teilen. Eine Familie entsteht, wenn eine erfolgreiche Sorte immer wieder als Elternteil genutzt wird. Die Nachkommen tragen dann oft den Familiennamen weiter, etwa Gelato, Runtz oder Wedding Cake. Die bekanntesten Familien und ihre Verwandtschaft erklärt auch der Beitrag zu Cannabis Kreuzungen und Familien.
- Kush Strains: erdig, entspannend
- Haze Strains: zitronig, aktivierend
- Cookies Strains: süß, ausgewogen
- Diesel Strains: kraftstoffartig, energetisch
- Skunk Strains: würzig, kräftig
- OG Strains: Zitrus, Kiefer, Gas
Was eine Familie über einen Strain verrät
Die Familienzugehörigkeit gibt dir eine erste Vorstellung von Aroma und typischer Wirkrichtung. Eine Sorte aus der Kush-Familie riecht häufig erdig und wird eher abends genutzt, eine Haze eher zitronig und tagsüber. Ausnahmen gibt es aber viele, weil moderne Kreuzungen Merkmale mehrerer Familien vereinen. Die Familie ist also ein guter Startpunkt, ersetzt aber nicht den Blick auf die Werte.
Strain-Namen in der Apotheke lesen
In deutschen Apotheken tragen Blüten oft zwei Namen: den Strain-Namen und eine Produktbezeichnung des Herstellers. Die Produktbezeichnung enthält meist THC- und CBD-Gehalt, etwa 22/1 für 22 % THC und 1 % CBD. Dazu kommt häufig ein Kürzel für Sorte oder Herkunftsland. So kann dieselbe Sorte bei verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Werten auftauchen.
Warum die Charge wichtiger ist als der Name
Medizinische Blüten werden chargenweise geprüft, und jede Charge hat ein eigenes Analysezertifikat. THC-Gehalt und Terpenprofil können sich zwischen Ernten leicht verschieben, selbst bei gleicher Sorte und gleichem Hersteller. Für deine Therapie zählen deshalb die konkreten Werte deiner Charge. Der Name hilft dir vor allem, Aroma und grobe Richtung einzuschätzen.
Merke dir: Strain-Name, Typ und Familie sind Orientierungshilfen. Entscheidend für die Wirkung sind THC, CBD, Terpene, Dosis und Anwendung, und die passende Kombination findest du am besten mit ärztlicher Begleitung.
Den richtigen Strain finden
Für Patient:innen zählt weniger der Name als die Frage, ob eine Sorte zur eigenen Therapie passt. Sinnvoll ist ein Vorgehen in Schritten, bei dem du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt die Werte und deine Erfahrungen abgleichst. Welche Sorten aktuell in Apotheken verfügbar sind, siehst du unter Sorten im Shop.
- Therapieziel ärztlich klären
- THC- und CBD-Gehalt festlegen
- Terpenprofil nach Bedarf wählen
- Niedrig dosiert starten
- Erfahrungen notieren und anpassen
Was eine Strain-Datenbank leisten kann
Solche Datenbanken sammeln Angaben zu Genetik, Aroma und Erfahrungsberichten. Sie sind hilfreich, um einen ersten Eindruck zu bekommen und ähnliche Sorten zu finden. Die Daten stammen aber oft aus Selbstauskünften oder Züchterangaben und sind nicht immer überprüft. Für medizinische Entscheidungen solltest du sie deshalb nur als Ergänzung nutzen. Verlässlicher sind die Angaben auf dem Etikett und im Analysezertifikat deiner Apothekenblüte, denn diese Werte wurden für genau deine Charge gemessen.
Typische Strain-Begriffe in Datenbanken
Dort begegnen dir immer wieder dieselben Fachwörter, meist auf Englisch, weil die meisten Datenbanken aus den USA stammen. „Cross“ steht für eine Kreuzung, „Pheno“ für einen ausgewählten Phänotyp und „Cut“ für einen Steckling einer bestimmten Mutterpflanze. Mit „Lineage“ ist der Stammbaum gemeint. Wer diese Begriffe kennt, kann Sortenbeschreibungen deutlich besser einordnen.
Häufige Fragen zum Begriff Strain
Die häufigsten Fragen rund um den Begriff kurz beantwortet.
Was bedeutet Strain bei Gras?
Die Sorte, also eine Cannabispflanze mit eigener Genetik und eigenem Namen.
- Strain gleich Sorte
- Eigene Genetik und Namen
- Fachbegriff: Cultivar
Was ist ein Strain bei Cannabispflanzen?
Eine gezüchtete Linie mit typischen Merkmalen. Sie entsteht durch Kreuzung und Auswahl.
- Kreuzung zweier Eltern
- Auswahl über Generationen
- Typisches Aroma und Wuchs
Was bedeutet Cali Strain?
So werden Sorten oder Blüten aus Kalifornien bezeichnet. Der Begriff steht oft für US-Importware.
- Herkunft Kalifornien
- Oft moderne US-Sorten
- Kein geschützter Begriff
Was ist ein Regular Strain?
Gemeint sind normale, nicht feminisierte Samen. Daraus wachsen männliche und weibliche Pflanzen.
- Nicht feminisiert
- Männlich und weiblich möglich
- Vor allem für Züchter
Ist ein Strain dasselbe wie eine Sorte?
Im Alltag ja. Fachlich spricht man eher von Cultivar oder Chemovar.
- Umgangssprachlich gleich
- Cultivar ist korrekter
- Chemovar nach Wirkstoffen
Strain als Medizinalcannabis bei CannaZen
Ob eine Sorte zu dir passt, hängt von Wirkstoffen, Dosis und deiner persönlichen Situation ab, weniger vom Namen. Wenn du medizinisches Cannabis ärztlich begleitet nutzen möchtest, beantragst du bei CannaZen dein Rezept online. Die Ärztin oder der Arzt legt mit dir THC- und CBD-Gehalt fest, die Partner-Apotheke verschickt die Blüten anschließend zu dir nach Hause.






























