Cannabis Tinktur selber machen: Alkohol, Dosis & wie lange?
Wer Cannabis therapeutisch oder entspannt nutzen möchte, sucht oft nach diskreten und dosierbaren Alternativen zum Rauchen. Eine selbst hergestellte Cannabis Tinktur bietet genau das: präzise Dosierung, lange Haltbarkeit und vielseitige Anwendung. In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, wie du eine Cannabis Tinktur selber machen kannst – mit dem richtigen Alkohol, der passenden Dosis und allem, was du über Einwirkzeiten wissen musst. Wer legales Cannabis in Deutschland verwendet, sollte außerdem einen Blick auf das Cannabisgesetz: Was ist seit April legal in Deutschland? werfen, bevor es losgeht.
- Was ist eine Cannabis Tinktur und wie wirkt sie?
- Welchen Alkohol brauchst du für die Herstellung?
- Geeignete Alkoholsorten im Überblick
- Cannabis Tinktur selber machen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Zutaten und Materialien
- Schritt für Schritt zur fertigen Tinktur
- Dosierung: Wie viel Tinktur ist die richtige Menge?
- Fazit
- Häufige Fragen
- Wie lange sollte Cannabis in Alkohol ziehen?
- Kann man Cannabis Tinktur auch ohne Alkohol herstellen?
- Ist Cannabis Tinktur selber machen in Deutschland legal?
Was ist eine Cannabis Tinktur und wie wirkt sie?
Eine Cannabis Tinktur ist ein alkoholischer Pflanzenextrakt, bei dem Cannabinoide wie THC und CBD aus dem Pflanzenmaterial gelöst werden. Das Ergebnis ist eine konzentrierte Flüssigkeit, die unter die Zunge getropft oder mit Getränken vermischt werden kann. Im Vergleich zum Rauchen setzt die Wirkung etwas langsamer ein, hält dafür aber länger an und belastet die Lunge nicht.
Eine Cannabis Tinktur wirkt bei sublingualer Einnahme oft schon nach 15 bis 45 Minuten – deutlich schneller als essbare Produkte wie Brownies oder Kapseln.
Welchen Alkohol brauchst du für die Herstellung?
Die Wahl des richtigen Alkohols ist entscheidend für Qualität und Sicherheit deiner Tinktur. Nicht jeder Alkohol eignet sich – im Gegenteil, manche können sogar gesundheitsschädlich sein.
Geeignete Alkoholsorten im Überblick
Grundsätzlich eignet sich nur lebensmittelechter Alkohol mit einem Gehalt von mindestens 60 bis 90 Prozent. Höherer Alkoholgehalt extrahiert mehr Cannabinoide, aber auch mehr Chlorophyll und Bitterstoffe.
- Ethanol (Trinkalkohol): Die beste und sicherste Wahl, idealerweise als hochprozentiger Grain Alcohol oder Reinalkohol aus der Apotheke
- Wodka (40 %): Funktioniert als Basis für mildere Tinkturen, extrahiert aber weniger Wirkstoffe
- Isopropanol: Absolut ungeeignet – giftig und nicht für den menschlichen Konsum bestimmt
Empfehlenswert ist ein Trinkalkohol mit mindestens 75 Prozent Volumenanteil, den du in gut sortierten Apotheken oder Online-Shops findest. Achte beim Kauf stets auf die Lebensmittelqualität der Ware.

Cannabis Tinktur selber machen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Bevor du beginnst, stelle sicher, dass dein Cannabis legal bezogen wurde – entweder über einen Cannabis Arzt in Wiesbaden oder über andere legale Wege. Außerdem empfiehlt es sich, das Cannabis vorher zu decarboxylieren, damit die THC-Vorstufe THCA in das wirksame THC umgewandelt wird.
Zutaten und Materialien
- 1–5 Gramm getrocknetes, decarboxyliertes Cannabis
- 100–200 ml hochprozentiger Trinkalkohol (mind. 75 %)
- Ein sauberes Schraubglas mit Deckel
- Feinmaschiges Sieb oder Käsetuch
- Dunkle Tropfflasche zur Aufbewahrung
Schritt für Schritt zur fertigen Tinktur
Die Herstellung selbst ist überraschend unkompliziert, erfordert aber etwas Geduld. Hier ist der klassische Kaltkalt-Auszugs-Prozess erklärt:
- Decarboxylierung: Cannabis bei 110–120 °C für 30–40 Minuten im Ofen erhitzen, um THCA in THC umzuwandeln
- Mischen: Zermahlenes Cannabis in das Schraubglas geben und mit Alkohol bedecken
- Ziehen lassen: Glas verschließen und an einem dunklen, kühlen Ort lagern – klassisch für 2 bis 6 Wochen
- Schütteln: Das Gemisch täglich oder alle zwei Tage kurz schütteln
- Filtern: Flüssigkeit durch Käsetuch oder Sieb in die Tropfflasche abseihen
- Aufbewahren: Fertige Tinktur dunkel und kühl lagern – so hält sie viele Monate
Je länger das Cannabis im Alkohol zieht, desto stärker und bitterer wird die Tinktur. Für eine mildere Variante reichen oft schon wenige Tage.
Wer auf die richtige Lagerung achtet, verlängert die Haltbarkeit erheblich. Ähnlich wie beim Weed vakuumieren spielt auch hier Licht- und Luftausschluss eine große Rolle.
Dosierung: Wie viel Tinktur ist die richtige Menge?
Die Dosierung einer selbst hergestellten Cannabis Tinktur hängt von mehreren Faktoren ab: dem THC-Gehalt des verwendeten Cannabis, der eigenen Toleranz und dem gewünschten Effekt. Gerade für Einsteiger gilt das Prinzip „Start low, go slow”.
- Einsteiger: 1–3 Tropfen sublingual (unter die Zunge), abwarten und Wirkung beobachten
- Erfahrene Nutzer: 5–15 Tropfen je nach gewünschtem Effekt
- Medizinische Anwendung: Unbedingt Rücksprache mit einem Cannabis Arzt halten
Da die genaue Wirkstoffkonzentration bei selbst hergestellten Tinkturen schwer messbar ist, empfiehlt sich ein schrittweises Herantasten über mehrere Tage. Notiere deine Erfahrungen, um die optimale persönliche Dosis zu finden.

Fazit
Eine Cannabis Tinktur selber zu machen ist mit etwas Vorbereitung einfach und lohnend. Mit dem richtigen Alkohol, gutem Ausgangsmaterial und ausreichend Geduld beim Auszug entsteht ein vielseitiges Produkt, das sich sauber dosieren und diskret anwenden lässt. Wer auf die Decarboxylierung achtet, die richtige Einwirkzeit wählt und verantwortungsvoll dosiert, hat eine hochwertige Alternative zum Rauchen – ganz ohne Rauch, Geruch oder Aufwand. Tipp: Wer Cannabis Geruch in der Wohnung vermeiden möchte, ist mit einer Tinktur ohnehin deutlich im Vorteil.
Häufige Fragen
Wie lange sollte Cannabis in Alkohol ziehen?
Für eine einfache Tinktur reichen bereits 48 bis 72 Stunden bei Raumtemperatur, wenn das Cannabis fein gemahlen ist. Die klassische Methode sieht eine Auszugszeit von zwei bis sechs Wochen vor, was zu einer stärkeren und aromatischeren Tinktur führt. Wer es schneller mag, kann den Prozess durch sanftes Erwärmen im Wasserbad (unter 70 °C) beschleunigen – dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da Alkohol leicht entzündlich ist.
Kann man Cannabis Tinktur auch ohne Alkohol herstellen?
Ja, als Alternative zu Alkohol eignen sich Glycerin oder Kokosöl als Extraktionsmittel. Diese sogenannten Glycerin-Tinkturen sind süßlicher im Geschmack und alkoholfrei, extrahieren aber weniger effizient als hochprozentiger Ethanol. Kokosöl-Extrakte werden häufig auch als Cannabis-Öl bezeichnet und eignen sich besonders gut für die Einnahme in Kapseln oder zum Kochen.
Ist Cannabis Tinktur selber machen in Deutschland legal?
Das hängt vom verwendeten Cannabis ab. Wer Cannabis im Rahmen der aktuellen gesetzlichen Regelungen legal besitzt – etwa durch ein ärztliches Rezept oder über einen Social Club in Berlin – darf daraus auch Tinkturen für den persönlichen Eigengebrauch herstellen. Die Herstellung zum Verkauf oder Weitergabe ist jedoch nicht erlaubt. Informiere dich stets über die aktuell geltenden Bestimmungen, bevor du beginnst.






















