Cannabis Öl kochen: Rezept, Butter vs. Öl & Temperatur?
Kurz vorweg: Für Cannabis Öl decarboxylierst du die Blüten zuerst rund 30 bis 45 Minuten bei etwa 110 °C im Ofen und lässt sie dann 2 bis 3 Stunden bei 60 bis 80 °C in Kokosöl, Olivenöl oder Butter ziehen. Wer selbst anbaut oder Mitglied in einem Cannabis Social Club ist, fragt sich früher oder später, wie man aus den Blüten ein hochwertiges Speiseöl oder eine Butter herstellt. Das Cannabis Öl kochen Rezept klingt einfach, doch Temperatur, Fettquelle und Decarboxylierung entscheiden maßgeblich über Wirkstoffgehalt und Qualität. Zu viel Hitze zerstört Cannabinoide und Aromastoffe. Unten findest du das Rezept Schritt für Schritt, die passenden Temperaturen und eine einfache Formel, mit der du die Stärke deines Öls abschätzt.
- Was ist Decarboxylierung und warum ist sie unverzichtbar?
- Optimale Temperaturen für die Decarboxylierung
- Cannabis Öl kochen Rezept: Schritt für Schritt
- Zutaten und Vorbereitung
- Der eigentliche Kochprozess
- Cannabis Butter vs. Cannabis Öl: Was ist besser?
- Fettsäureprofil und Extraktion
- Praktische Unterschiede im Alltag
- Temperatur ist alles: Häufige Fehler und ihre Folgen
- Was bei zu hoher Temperatur passiert
- Slow-Cooker als Geheimtipp
- Dosierung: Wie stark ist dein Öl?
- Einfache Berechnungsformel
- Lagerung und Haltbarkeit von Cannabis Öl
- Häufige Fragen zu Cannabis Öl kochen
Was ist Decarboxylierung und warum ist sie unverzichtbar?
Getrocknete, unerhitzte Cannabisblüten enthalten vor allem THCA und CBDA, die kaum berauschenden Säureformen der bekannten Cannabinoide. Erst durch Hitze wird die Carboxylgruppe abgespalten, sodass aus THCA das psychoaktiv wirksame THC und aus CBDA das CBD entsteht. Ohne diesen Schritt bleibt dein selbst gekochtes Öl weitgehend wirkungslos.
Optimale Temperaturen für die Decarboxylierung
Laborstudien zur Decarboxylierung, etwa von Wang und Kollegen (2016), zeigen: Bei rund 110 °C ist THCA nach etwa 30 Minuten weitgehend umgewandelt, CBDA braucht etwas länger. Höhere Temperaturen gehen schneller, erhöhen aber den Abbau von THC, unter anderem zu CBN, das kaum berauscht und eher müde macht. In der Küche hat sich deshalb ein Bereich von etwa 105 bis 120 °C für 30 bis 45 Minuten bewährt.
Backöfen weichen oft 10 bis 20 °C von der eingestellten Temperatur ab. Ein Ofenthermometer für wenige Euro ist deshalb die beste Investition für dein Öl.
Cannabis Öl kochen Rezept: Schritt für Schritt
Das Rezept ist auf 10 g getrocknete Blüten und 250 ml Öl ausgelegt. Willst du ein schwächeres Öl, nimm weniger Blüten oder mehr Öl.
Zutaten und Vorbereitung
Du benötigst: 10 g decarboxylierte Cannabisblüten (grob gemahlen), 250 ml Kokosöl oder Olivenöl, ein Backofen-sicheres Gefäß, ein Küchenthermometer, ein feines Sieb oder Käsetuch sowie Vorratsgläser zum Abfüllen. Die Blüten decarboxylierst du vorher, also 30 bis 45 Minuten bei etwa 110 °C im Ofen.
Der eigentliche Kochprozess
Fülle das Öl und die vorbereiteten Blüten in einen kleinen Topf oder nutze ein Wasserbad. Erhitze das Gemisch auf konstant 60–70 °C und halte diese Temperatur für mindestens 2–3 Stunden. Im Wasserbad schwankt die Temperatur weniger, und nichts brennt an. Rühre alle 20 bis 30 Minuten um. Danach presst du das Öl durch ein feines Sieb oder Käsetuch, füllst es in saubere, ausgekochte Gläser und lagerst es kühl und dunkel.
Rechtlich gilt in Deutschland das KCanG: Selbst hergestellte Öle und Speisen aus Eigenanbau oder Vereinsware sind nur für dich bestimmt. Weitergeben oder verkaufen darfst du sie nicht.
Cannabis Butter vs. Cannabis Öl: Was ist besser?
Beide Fette nehmen Cannabinoide gut auf. Welches besser passt, hängt davon ab, was du daraus kochen willst und wie lange es halten soll.
Fettsäureprofil und Extraktion
Cannabinoide wie THC und CBD sind lipophil, also fettlöslich. Kokosöl enthält rund 90 % gesättigte Fettsäuren und gilt in der Praxis als besonders ergiebig. Belastbare Vergleichsstudien zwischen den Fetten sind allerdings rar, die Unterschiede dürften kleiner sein als oft behauptet. Butter erreicht etwa 60–65 % gesättigte Fettsäuren und ist ebenfalls gut geeignet, enthält aber Wasser und Milcheiweiß, deshalb verdirbt sie schneller. Geklärte Butter (Ghee) hält länger. Olivenöl (ca. 14 % gesättigte Fettsäuren) schneidet bei der reinen Extraktionseffizienz schlechter ab, funktioniert aber ebenfalls und bringt einen eigenen Geschmack mit.
Praktische Unterschiede im Alltag
Cannabis Butter ist ideal für Gebäck, Kekse und herzhafte Gerichte, die Butter ohnehin erfordern. Öl, vor allem Kokosöl, passt gut in Smoothies und Dressings. Ein Praxisbeispiel: Wer Cannabutter für Cannabis Brownies nutzt, backt am besten bei höchstens 170 °C. Im Teig selbst wird es zwar nicht so heiß, aber höhere Temperaturen kosten unnötig Wirkstoff. Woran sich Qualität erkennen lässt, zeigt Medizinisches Cannabis Qualität.

Temperatur ist alles: Häufige Fehler und ihre Folgen
Der häufigste Fehler ist zu viel Hitze. Wer das Öl direkt in der Pfanne erhitzt, landet schnell bei 180 bis 200 °C, viel zu heiß für eine schonende Infusion.
Was bei zu hoher Temperatur passiert
Um 157 °C beginnt THC zu verdampfen, und je länger es heiß bleibt, desto mehr baut es ab. Terpene, also die Aromastoffe, verflüchtigen sich schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Dann schmeckt das Öl flacher, und auch der vermutete Entourage-Effekt, das Zusammenspiel der Pflanzenstoffe, fällt schwächer aus. Lies dazu mehr über spezifische Terpene wie das Ocimen. Wer mit einem Küchenthermometer arbeitet und die Temperatur konstant unter 80 °C hält, bewahrt Terpenprofil und Cannabinoidgehalt gleichermaßen.
Slow-Cooker als Geheimtipp
Viele nutzen einen Slow-Cooker (Schongarer). Auf der Stufe „Low“ bleibt das Öl je nach Gerät bei etwa 60 bis 75 °C, miss am besten einmal nach. In 4 bis 6 Stunden ziehen die Cannabinoide gut ins Öl, ohne dass du ständig danebenstehen musst.
Dosierung: Wie stark ist dein Öl?
Ohne Rechnung weißt du nicht, wie viel THC in einem Löffel steckt. Das ist bei Edibles das größte Risiko, denn die Wirkung kommt spät und hält lange. Wer genau dosieren muss, etwa bei Cannabis bei Tourette, ist mit Apothekenprodukten besser bedient.
Einfache Berechnungsformel
Als Faustregel gilt: 1 g Cannabisblüten mit 15 % THC-Gehalt enthält 150 mg THC. Bei 10 g Blüten ergibt das theoretisch 1.500 mg THC. Rechnest du mit einer Ausbeute von 60 bis 80 % (ein üblicher Praxiswert), landest du bei 900–1.200 mg THC in 250 ml Öl: also etwa 3,6–4,8 mg THC pro Milliliter. Zum Einstieg reichen 2,5 bis 5 mg THC, also etwa ein Milliliter. Warte mindestens zwei Stunden, bevor du nachlegst. Sorten mit dokumentiertem THC-Gehalt wie Sherbinski’s Gelato: THC-Gehalt, Geschmack & Wirkung machen die Rechnung genauer.

Lagerung und Haltbarkeit von Cannabis Öl
Selbst hergestelltes Cannabis Öl sollte kühl, dunkel und luftdicht gelagert werden. Im Kühlschrank hält es 2 bis 3 Monate. Licht und Sauerstoff bauen Cannabinoide ab, deshalb sind Braunglasflaschen die beste Wahl. Butter gehört in den Kühlschrank und ist nach 2 bis 3 Wochen aufgebraucht, eingefroren hält sie bis zu 6 Monate. Riecht das Öl ranzig oder siehst du Schimmel, wirf es weg. Mit Blüten bekannter Zusammensetzung wie Materia Penelope kannst du die Stärke deines Öls genauer abschätzen.
Häufige Fragen zu Cannabis Öl kochen
Welches Öl eignet sich am besten für Cannabis Öl kochen?
Kokosöl gilt als besonders ergiebig, Olivenöl und Butter funktionieren aber auch. MCT-Öl bleibt flüssig und lässt sich gut abmessen.
- Kokosöl extrahiert am besten
- MCT-Öl für Sublingual-Nutzung
- Olivenöl funktioniert auch
Muss ich die Cannabis-Blüten vor dem Kochen decarboxylieren?
Ja. Ohne Decarboxylierung bleibt das meiste als THCA und CBDA im Öl, und das berauscht kaum.
- Ohne sie kaum Wirkung
- 30 bis 45 Min. bei etwa 110 °C
- Immer vor dem Kochen
Wie lange muss Cannabis Öl kochen?
Mindestens 2 bis 3 Stunden bei 60 bis 80 °C, im Slow-Cooker 4 bis 6 Stunden.
- 2-3 Stunden bei 60-80 °C
- Slow-Cooker: 4-6 Stunden
- Kürzer = weniger Wirkstoff
Wie berechne ich die Dosierung meines selbst gekochten Cannabis Öls?
Gramm Blüten mal THC-Prozent mal 10 ergibt die THC-Menge in mg. Davon rechnest du 60 bis 80 % und teilst durch die Milliliter Öl.
- Blüten mal THC-Prozent
- 60-80 % Effizienz einrechnen
- Ergebnis durch ml teilen
Kann ich Cannabis Öl auch für medizinische Zwecke selbst herstellen?
Möglich ist das, aber der Wirkstoffgehalt schwankt, und niemand prüft die Qualität. Wenn du medizinisch auf Cannabis angewiesen bist, sprich mit einem spezialisierten Arzt, Apothekenöle haben einen genau angegebenen Gehalt.
- Keine pharmazeutische Kontrolle
- Arztbesuch empfohlen
- Zertifizierte Produkte zuverlässiger
Was ist besser: Cannabis Butter oder Cannabis Öl?
Kommt auf den Zweck an. Butter für Gebäck, Öl für Dressings und Smoothies. Öl hält länger, Butter verdirbt wegen Wasser und Eiweiß schneller.
- Öl hält länger
- Butter schimmelt schneller
- Butter zum Backen, Öl flexibler































