Haze Brothers: Ohne sie gäbe es keine Haze-Sorten. Mit Nevil Schoenmakers & The Skunkman
Die Haze Brothers waren zwei Züchter aus Santa Cruz in Kalifornien, die ab Ende der 1960er-Jahre den ersten Haze-Strain aus Sativa-Landrassen aus Mexiko, Kolumbien, Thailand und Südindien kombinierten. Bekannt wurde ihre Genetik aber erst durch zwei andere: Sam the Skunkman brachte das Saatgut in den 1980er-Jahren nach Amsterdam, und Nevil Schoenmakers machte daraus über seine Samenbank die Grundlage fast aller heutigen Haze Sorten. Die Geschichte der Haze Brothers ist deshalb immer auch ihre Geschichte. Als Einstieg empfehlen wir die kleine YouTube Doku „The Haze Cannabis Strain: Nevil & The Skunkman“ empfehlen. Wir beginnen im Kalifornien der späten 1960er-Jahre.
- Santa Cruz: Die Anfänge von Haze
- Wer steckte wirklich dahinter?
- Popkultur & Mythos: „Purple Haze“
- High Times & Markenbildung
- Genetische Matrix: Die Haze-Basis
- Warum so besonders?
- Sam the Skunkman & Sacred Seeds
- Amsterdam als Drehscheibe
- Nevil Schoenmakers & The Seed Bank of Holland
- Effekt, Aroma & Selektion
- Operation Green Merchant & Sensi Seeds
- Folgen für die Szene?
- Green House, Mr. Nice & moderne Klassiker
- Warum gerade diese Hybriden?
- New York „Piff“ & regionale Dialekte
- Wie entstehen solche Legenden?
Santa Cruz: Die Anfänge von Haze
Ende der 1960er-Jahre entstand in den Santa-Cruz-Bergen südlich von San Francisco die frühe Haze-Linie in einer Hippie-Community von Züchtern und Freigeistern. Unter dem Namen „Haze Brothers“ wurden sativa-dominante Landrassen selektiert und outdoor/unter Glas vermehrt. Ziel war ein klares Sativa-High mit komplexem Aroma, auch wenn die Pflanzen dafür sehr lange blühten. Das wurde zur Vorlage für alle späteren Haze-Hybride.
Schon gewusst? Die Haze Brothers selbst haben nie eine Samenbank betrieben. Ohne den Umweg über Amsterdam wäre ihre Genetik vermutlich in Kalifornien geblieben.
Wer steckte wirklich dahinter?
Die Brüder blieben lange anonym und werden in Quellen nur mit Initialen genannt. Zusätzlich taucht ein Züchter „G“ auf, der Saatgut und Stecklinge in der Szene zirkulieren ließ. Sicher ist: Mehrere Züchter kreuzten Landrassen über Generationen hinweg und schufen so eine stabile, potente Sativa-Basis.
- Ort: Santa Cruz, Kalifornien
- Zeit: späte 1960er bis 1970er
- Community-Züchtung statt Einzelperson
- Ziel: lange Blüte, klares High
Sticky exotics purple haze pic.twitter.com/hX0I6FlKY3
— Bud Box puff (@Bud_Box_) February 24, 2024
Popkultur & Mythos: „Purple Haze“
Der Begriff „Haze“ drang früh in die Popkultur vor. Jimi Hendrix’ „Purple Haze“ (1967) lag zeitlich vor den ersten Seedbank-Katalogen, was zu Mythen über direkten Bezug führte. Wahrscheinlicher: Der Song verweist nicht auf die Sorte, sondern auf Psychedelika: dennoch verstärkte er die Markenwirkung des Namens „Haze“ in der Öffentlichkeit.
High Times & Markenbildung
In den 1980er-Jahren verbreiteten Magazine wie High Times das Bild der Niederlande als Paradies für Züchter. Das steigerte die Nachfrage nach „Haze“, und der Name reiste oft schneller als die echte Genetik. Legende und Wirklichkeit lassen sich seitdem schwer trennen.
- Song-Mythos vs. echte Genetik
- Medien steigern Nachfrage
- Haze als „Kultmarke“
- Legende & Realität vermengt
Genetische Matrix: Die Haze-Basis
Die ursprüngliche Haze gilt als reine Sativa. Ein verbreitetes Zuchtschema: Mexiko × Kolumbien → Tochter × Südindien → Tochter × Thailand. Andere Berichte sprechen von drei kolumbianischen Sativas. Wie auch immer die Reihenfolge war: Das Ergebnis war eine reine, aromastarke Sativa, die es heute kaum noch ohne Indica-Anteile gibt. Wie lebendig diese Basis bis heute ist, zeigt etwa Cannalope Haze von DNA Genetics, eine Kreuzung aus Haze-Brothers-Genetik und einer mexikanischen Sativa.
Warum so besonders?
Die Kombination mehrerer Landrassen brachte ausgeprägte Terpenprofile (zitrus, Weihrauch, Holz, Gewürze) und das typische, hoch fliegende High. Mit 14 Wochen Blüte und mehr war die Selektion mühsam, dafür ist die klare, lange Wirkung bis heute das Markenzeichen.
- Landrassen aus 3–4 Regionen
- Reine Sativa-Struktur
- Intensives Terpenprofil
- Lange Blüte, schwere Selektion
Sam the Skunkman & Sacred Seeds
David Paul Watson („Sam the Skunkman“) war Teil von Sacred Seeds, sammelte, tauschte und stabilisierte Genetiken. Nach rechtlichem Druck in Kalifornien zog er in den 1980er-Jahren nach Amsterdam, verkaufte zunächst Skunk und andere Linien, später auch Haze, oft an Samenbanken, die das Saatgut weitervermehrten und unter eigenem Namen anboten.
Amsterdam als Drehscheibe
Die Niederlande duldeten Cannabis weitgehend, sodass Zucht, Vertrieb und Coffeeshops professionalisiert werden konnten. Damit wanderte Haze aus der US-Undergroundszene in europäische Kataloge und wurde für Grower weltweit zugänglich.
- Sacred Seeds → Europa
- Großhandel statt Endkunde
- Weitervermehrung unter neuen Namen
- Professionalisierung der Zucht
Nevil Schoenmakers & The Seed Bank of Holland
Nevil gründete in den 1980er-Jahren die Seed Bank of Holland und bezog u. a. Haze-Saatgut (männlich A & C). Mit NL#5 und anderen Linien kreuzte er legendäre Hybride wie C5 und „Nevil’s Haze“. So verband er das Haze-High mit kürzerer Blüte und besserer Anbaubarkeit.
Effekt, Aroma & Selektion
Male A/C brachten Weihrauch, Pinie, Sandelholz und lang anhaltende, teils psychedelische Höhen. Durch Kombination mit NL#5/Skunk wurde Haze robuster und konsistenter: ohne den typischen „incense“-Charakter zu verlieren.
- Schlüssel-Males: A & C
- C5, Nevil’s Haze als Meilensteine
- Haze-Effekt + Kultivierbarkeit
- Aromen: Weihrauch, Holz, Zitrus
Quelle: YouTube Doku „The Haze Cannabis Strain: Nevil & The Skunkman“
Operation Green Merchant & Sensi Seeds
Mit wachsender Sichtbarkeit kam juristischer Druck. Mit der Operation Green Merchant ging die US-Drogenbehörde ab 1989 gegen Growshops und Samenhändler vor, Nevil wurde in den USA angeklagt. In dieser Phase wechselten Genpools die Besitzer, u. a. gelangten Nevils Linien zu Sensi Seeds; Nevil arbeitete zeitweise dort weiter. Das beschleunigte die Verbreitung von Haze und auch die Mythen darum.
Folgen für die Szene?
Samenbanken arbeiteten professioneller, dokumentierten besser und vereinheitlichten Namen, setzten aber auch stärker auf Marketing. Haze wurde damit weltweit skalierbar, aber die Ursprünge verwischten noch stärker.
- Rechtlicher Druck als Katalysator
- Transfers von Genpools
- Standardisierung & Marken
- Mehr Mythos, weniger Klarheit
Green House, Mr. Nice & moderne Klassiker
Später arbeiteten Nevil, Shantibaba (Mr. Nice) und Arjan (Green House) an Projekten, die zu Super Silver Haze (Haze × Skunk × NL#5) und Super Lemon Haze (Lemon Skunk × SSH) führten. Diese Sorten gewannen Cups, setzten Geschmacks-Benchmarks und machten Haze einem Massenpublikum zugänglich.
Warum gerade diese Hybriden?
Sie verbanden das Haze-High mit Zitronenfrische, Ertrag und Reifezeit, die für Indoor/kommerziell praktikabler waren. Damit wurden sie Referenzpunkte für spätere Citrushaze-Linien und prägten Coffeeshops weltweit.
- SSH: Haze × Skunk × NL#5
- SLH: Lemon Skunk × SSH
- Cup-Gewinner & Benchmarks
- Breite Verfügbarkeit
New York „Piff“ & regionale Dialekte
An der US-Ostküste etablierte sich ein eigener Haze-Kult („Piff“, „Uptown Haze“). Namen variierten nach Spots, nicht nach Strains: das Netzwerk prägte Terminologie und Nachfrage. Vermutlich floss hier auch C5-Genetik ein, das würde den Weihrauchduft erklären.
Wie entstehen solche Legenden?
Lokale Selektionen, Mundpropaganda, Spitznamen und schwankende Konsistenz erzeugen eine eigene Mythologie. So wurden „Piff“ & Co. zu kulturellen Codes: oft wichtiger als genaue Stammbäume.
- Spot-Namen statt Strain-Namen
- Weihrauch, „kirchig“, lang
- Vermutete C5-Verbindungen
- Kultur prägt Nomenklatur
Still Piff!
Die Haze Brothers haben die Genetik geschaffen, Sam the Skunkman und Nevil Schoenmakers haben sie in die Welt getragen.
Cannabislegenden & Kreuzungen
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