Cannabis Tinktur selber machen: Alkohol, Dosis & wie lange?

Zuletzt aktualisiert: 4. August 2026

Wer Cannabis therapeutisch oder entspannt nutzen möchte, sucht oft nach diskreten und dosierbaren Alternativen zum Rauchen. Eine selbst hergestellte Cannabis Tinktur bietet genau das: präzise Dosierung, lange Haltbarkeit und vielseitige Anwendung. Im Folgenden erklären wir Schritt für Schritt, wie du eine Cannabis Tinktur selber machen kannst: mit dem richtigen Alkohol, der passenden Dosis und allem, was du über Einwirkzeiten wissen musst. Wer legales Cannabis in Deutschland verwendet, sollte außerdem einen Blick auf das Cannabisgesetz: Was ist seit April legal in Deutschland? werfen, bevor es losgeht.

Was ist eine Cannabis Tinktur und wie wirkt sie?

Eine Cannabis Tinktur ist ein alkoholischer Pflanzenextrakt, bei dem Cannabinoide wie THC und CBD aus dem Pflanzenmaterial gelöst werden. Das Ergebnis ist eine konzentrierte Flüssigkeit, die unter die Zunge getropft oder mit Getränken vermischt werden kann. Im Vergleich zum Rauchen setzt die Wirkung etwas langsamer ein, hält dafür aber länger an und belastet die Lunge nicht.

Eine Cannabis Tinktur wirkt bei sublingualer Einnahme oft schon nach 15 bis 45 Minuten: deutlich schneller als essbare Produkte wie Brownies oder Kapseln.

Welchen Alkohol brauchst du für die Herstellung?

Die Wahl des richtigen Alkohols ist entscheidend für Qualität und Sicherheit deiner Tinktur. Nicht jeder Alkohol eignet sich: Im Gegenteil, manche können sogar gesundheitsschädlich sein.

Geeignete Alkoholsorten im Überblick

Grundsätzlich eignet sich nur lebensmittelechter Alkohol mit einem Gehalt von mindestens 60 bis 90 Prozent. Höherer Alkoholgehalt extrahiert mehr Cannabinoide, aber auch mehr Chlorophyll und Bitterstoffe.

  • Ethanol: Beste Wahl, idealerweise Reinalkohol aus der Apotheke
  • Wodka (40 %): Milde Basis, extrahiert weniger Wirkstoffe
  • Isopropanol: Giftig, nicht für menschlichen Konsum geeignet

Empfehlenswert ist ein Trinkalkohol mit mindestens 75 Prozent Volumenanteil, den du in gut sortierten Apotheken oder Online-Shops findest. Achte beim Kauf stets auf die Lebensmittelqualität der Ware.

Cannabis Sorte: Bisabolol, Kamille, Ruhe, Terpen, Aroma

Cannabis Tinktur selber machen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor du beginnst, stelle sicher, dass dein Cannabis legal bezogen wurde: entweder über einen Cannabis Arzt in Wiesbaden oder über andere legale Wege. Außerdem empfiehlt es sich, das Cannabis vorher zu decarboxylieren, damit die THC-Vorstufe THCA in das wirksame THC umgewandelt wird.

Cannabis Butter Selber Machen Anleitung

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Zutaten und Materialien

  • 1–5 Gramm getrocknetes, decarboxyliertes Cannabis
  • 100–200 ml hochprozentiger Trinkalkohol (mind. 75 %)
  • Ein sauberes Schraubglas mit Deckel
  • Feinmaschiges Sieb oder Käsetuch
  • Dunkle Tropfflasche zur Aufbewahrung

Schritt für Schritt zur fertigen Tinktur

Die Herstellung selbst ist überraschend unkompliziert, erfordert aber etwas Geduld. Hier ist der klassische Kaltkalt-Auszugs-Prozess erklärt:

  1. Decarboxylierung: 110–120 °C, 30–40 Min.: THCA wird THC
  2. Mischen: Cannabis ins Schraubglas geben, mit Alkohol bedecken
  3. Ziehen lassen: Dunkel und kühl lagern, 2–6 Wochen
  4. Schütteln: Gemisch täglich oder alle 2 Tage schütteln
  5. Filtern: Durch Käsetuch oder Sieb in Tropfflasche abseihen
  6. Aufbewahren: Dunkel und kühl lagern: hält viele Monate

Je länger das Cannabis im Alkohol zieht, desto stärker und bitterer wird die Tinktur. Für eine mildere Variante reichen oft schon wenige Tage.

Wer auf die richtige Lagerung achtet, verlängert die Haltbarkeit erheblich. Ähnlich wie beim Weed vakuumieren spielt auch hier Licht- und Luftausschluss eine große Rolle.

Dosierung: Wie viel Tinktur ist die richtige Menge?

Die Dosierung einer selbst hergestellten Cannabis Tinktur hängt von mehreren Faktoren ab: dem THC-Gehalt des verwendeten Cannabis, der eigenen Toleranz und dem gewünschten Effekt. Gerade für Einsteiger gilt das Prinzip „Start low, go slow“.

  • Einsteiger: 1–3 Tropfen sublingual, dann Wirkung abwarten
  • Erfahrene Nutzer: 5–15 Tropfen je nach gewünschtem Effekt
  • Medizinisch: Rücksprache mit Cannabis-Arzt halten

Da die genaue Wirkstoffkonzentration bei selbst hergestellten Tinkturen schwer messbar ist, empfiehlt sich ein schrittweises Herantasten über mehrere Tage. Notiere deine Erfahrungen, um die optimale persönliche Dosis zu finden.

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Fazit zu Cannabis Tinktur selber machen

Eine Cannabis Tinktur selber zu machen ist mit etwas Vorbereitung einfach und lohnend. Mit dem richtigen Alkohol, gutem Ausgangsmaterial und ausreichend Geduld beim Auszug entsteht ein vielseitiges Produkt, das sich sauber dosieren und diskret anwenden lässt. Wer auf die Decarboxylierung achtet, die richtige Einwirkzeit wählt und verantwortungsvoll dosiert, hat eine hochwertige Alternative zum Rauchen: ganz ohne Rauch, Geruch oder Aufwand. Tipp: Wer Cannabis Geruch in der Wohnung vermeiden möchte, ist mit einer Tinktur ohnehin deutlich im Vorteil.

Häufige Fragen zu Cannabis Tinktur selber machen

Wie lange sollte Cannabis in Alkohol ziehen?

Für eine einfache Tinktur reichen bereits 48 bis 72 Stunden bei Raumtemperatur, wenn das Cannabis fein gemahlen ist. Die klassische Methode sieht eine Auszugszeit von zwei bis sechs Wochen vor, was zu einer stärkeren und aromatischeren Tinktur führt.

  • Kurzvariante: 48-72 Stunden
  • Klassisch: 2-6 Wochen
  • Länger ziehen = stärkere Tinktur

Welcher Alkohol eignet sich am besten für eine Cannabis Tinktur?

Am besten geeignet ist hochprozentiger, lebensmittelechter Trinkalkohol mit mindestens 75 Prozent, zum Beispiel Reinalkohol aus der Apotheke. Wodka funktioniert als milde Basis, extrahiert aber weniger Wirkstoffe, während Isopropanol als giftig absolut ungeeignet ist.

  • Mind. 75 % Trinkalkohol ideal
  • Wodka = milder, schwächer
  • Isopropanol ist giftig

Wie dosierst du eine selbst hergestellte Cannabis Tinktur richtig?

Für Einsteiger empfehlen sich 1 bis 3 Tropfen sublingual, erfahrene Nutzer verwenden 5 bis 15 Tropfen je nach gewünschtem Effekt. Da die Wirkstoffkonzentration bei Eigenherstellung schwer messbar ist, solltest du dich schrittweise über mehrere Tage an deine persönliche Dosis herantasten.

  • Einsteiger: 1-3 Tropfen
  • Erfahrene: 5-15 Tropfen
  • Langsam herantasten & notieren

Kann man Cannabis Tinktur auch ohne Alkohol herstellen?

Ja, als Alternative zu Alkohol eignen sich Glycerin oder Kokosöl als Extraktionsmittel. Diese Tinkturen sind süßlicher im Geschmack und alkoholfrei, extrahieren aber weniger effizient als hochprozentiger Ethanol.

  • Alternative: Glycerin oder Kokosöl
  • Alkoholfrei & süßlicher
  • Etwas weniger effiziente Extraktion

Wie schnell wirkt eine Cannabis Tinktur?

Bei sublingualer Einnahme unter der Zunge setzt die Wirkung meist schon nach 15 bis 45 Minuten ein: deutlich schneller als bei Edibles wie Brownies. Dafür hält die Wirkung länger an und belastet die Lunge nicht wie beim Rauchen.

  • Wirkung nach 15-45 Minuten
  • Schneller als Edibles
  • Lunge wird nicht belastet

Ist Cannabis Tinktur selber machen in Deutschland legal?

Das hängt vom verwendeten Cannabis ab: Wer Cannabis im Rahmen der aktuellen gesetzlichen Regelungen legal besitzt, etwa über ein ärztliches Rezept oder einen Social Club, darf daraus auch Tinkturen für den persönlichen Eigengebrauch herstellen. Die Herstellung zum Verkauf oder zur Weitergabe ist jedoch nicht erlaubt.

  • Nur mit legal beschafftem Cannabis
  • Nur für den Eigengebrauch
  • Verkauf & Weitergabe verboten

JV

Julia Vogel

Biologin M.Sc. – Phytochemie

Julia studierte Biologie mit Schwerpunkt Phytochemie und erklärt komplexe Wirkungsmechanismen von Cannabinoiden verständlich und wissenschaftlich fundiert.